Schüler-Video über den Pastoralreferenten in Wachtendonk

Wie Seelsorge ohne leitenden Pfarrer funktionieren kann

Seit Monaten hat Pastoralreferent Frank Ingendae deutlich mehr Verantwortung. Seitdem Robert Winschuh, Leitender Pfarrer in St. Marien Wachtendonk, Anfang 2018 nach Hamm-Bockum-Hövel wechselte, hat Indengae zusätzliche seelsorgerische Aufgaben übernommen. „Da der Leitende Pfarrer fehlt, muss ich koordinieren, motivieren und moderieren. Es kommen oft Entscheidungen auf mich zu, die vorher der Pfarrer getroffen hat. Menschen benötigen einen Termin oder wollen über ein persönliches Problem sprechen.“

Natürlich hat Ingendae Hilfe. Neben zwei Priestern der Weltkirche arbeiten zwei Diakone mit Zivilberuf und ein Emeritus mit. „Aber die Priester der Weltkirche wissen allein um ihre sprachlichen Grenzen“, beschreibt Ingendae die Situation.

Video für ein Schulprojekt


Das Video „Keine Herde ohne Hirte“ ist auf Youtube zu sehen.

Drei junge Filmemacherinnen aus Wachtendonk, Kempen und Grefrath begleiteten den Pastoralreferenten einige Wochen lang. Mit der Kamera folgten sie ihm und fingen die Bilder für ein Schulprojekt ein. Sie waren unter anderem in der Kirche bei einer Hochzeit mit dabei, bei einer Messdienerstunde und einer Sitzung des Pfarreirats.

Im Film hielten sie fest, inwiefern sich durch die Abwesenheit eines Pfarrers die Arbeit des Pastoralreferenten geändert hat. Ingendae ließ ihnen beim Dreh freie Hand. „Anfangs wussten wir nicht, was dabei herauskommt. Aber wir denken, was hier entsteht, kann sich sehen lassen“, freut sich Lisa Stangenberg über das Filmmaterial.

„Für uns war die Ankündigung ein Schock“

„Die Wachtendonker Gemeindemitglieder wurden von dem Wechsel Robert Winschuhs völlig überrascht“, sagt Lisa Stangenberg, die hinter der Kamera steht und mit ihrer eigenen „Liso Productions“ schon einige Imagefilme gedreht hat.

„Für uns war die Ankündigung ein Schock.“ Der Abschied der Gemeinde von Robert Winschuh auf dem Neujahrsempfang war sehr emotional. „Die Menschen sind jedoch noch mehr zusammengerückt und bemühen sich, die Lücke zu schließen“, sagt die 16-Jährige.

Großer Respekt vor den Leistungen des Pastoralreferenten

Beim Dreh stehen ihr zwei Mitschülerinnen zur Seite: Hanna Inderdohnen steht vor der Kamera und ist die Stimme der drei Jugendlichen. Sie interviewt Personen und kommentiert die Szenen. Lisa Schmitz verfolgt das Drehbuch, gewinnt Menschen für ein Interview und ist für Auf- und Abbau zuständig.

Die Menschen, sagt Lisa Stangenberg, würden mit großem Respekt von den Leistungen des Pastoralreferenten sprechen. Der Arbeitstag des Familienvaters beginnt gegen halb acht morgens und endet mitunter erst um halb elf am Abend.

„Wir hätten Material für Stunden“

„Keine Herde ohne Hirte“ haben die drei jungen Frauen ihrem Film betitelt. Eine Länge von 20 Minuten lautet die Vorgabe der Schule. „Aber wir hätten Material für Stunden“, freut sich die Wachtendonkerin.

„Viele wissen gar nicht, was ein Pastoralreferent alles tut und mit welcher Hingabe er seinen Beruf ausüben kann.“ Und das, obwohl er verheirateter Vater von drei Kindern ist.

Filmidee entstand zu Hause

Das Thema für den Dokumentarfilm stand fest, als im Haus der Familie Stangenberg Eltern und Kinder über die aktuelle Situation in der Pfarre und den fehlenden Pfarrer sprachen.

„Es kam die Frage auf, wie sich dadurch die Arbeit in der Gemeinde ändert“, erinnert sich die Wachtendonkerin. Welche Antwort die drei jungen Frauen dabei bekommen haben, ist nun im Internet zu sehen.

Neuer Pfarrer gesucht

Nach Angaben von Pastoralreferent Frank Ingendae suche die Bistumsleitung derzeit nach einem neuen leitenden Pfarrer für St. Marien Wachtendonk. Bisher ohne Erfolg.