Glasstelen sollen an Ida von Herzfeld erinnern

Wie soll Herzfelds neuer Gedenkweg heißen?

Wenn die Pfarrei St. Ida in Lippetal-Herzfeld auf etwas stolz ist, dann auf die Heilige Ida. Als erste Heilige Westfalens baute sie in dem Dorf an der Lippe die erste Kirche. Deswegen will die Pfarrei sie besonders ehren – mit einem Ida-Gedenkweg.

Erst kürzlich bekam das Dorf einen neuen Kreuzweg. Anders als früher befindet sich dieser nun im Dorfinneren. Doch einige Herzfelder hängen an dem „alten“ Weg, der etwa zwei Kilometer durch die Lippeauen führt, wie Pfarrer Jochen Kosmann erklärt: „Der Weg als solcher ist unbestritten schön.“ Deshalb kam die Idee auf, neben dem neuen Kreuzweg ein zweites Projekt auf die Beine zu stellen, um den Weg durch die Lippeauen weiter zu nutzen.

Geschichte der Heiligen

Sechs Stationen soll der künftige Ida-Gedenkweg haben. Sie zeigen wichtige Punkte im Leben der Heiligen und sind den Dachplatten des Schreins entnommen, in dem sich die Reliquien befinden. Sie zeigen Ida auf der Reise, ihre Rast in einem Zelt, wie ihr im Schlaf der Engel erscheint und ihr den Auftrag gibt, eine Kirche zu bauen, Ida auf der Jagd, wobei sie einen Hirschen rettet, den Kirchenbau und wie sie aus ihrem Sarg arme Menschen speist.

Eine Idee, wie die Stationen aussehen soll, gibt es bereits: Auf einer Glasstele soll das jeweilige Bild abgebildet sein. „Dazu soll es eine Überschrift, eine kurze Erklärung und einen QR-Code geben“, sagt Kosmann. Mit dem Smartphone könnten die Betrachter diesen Code scannen, woraufhin eine Internetseite mit weiteren Informationen aufrufbar ist. Denkbar sei je eine Erklärung für Erwachsene und Jugend­liche. Ähnliche Glasstelen gibt es in Herzfeld bereits in der Dorfmitte und an einer Kapelle, erklärt Kosmann.

Hochwassersichere Stelen geplant

Was ein Problem in den Lippe­auen darstellen könnte: das Hochwasser. Regelmäßig, wenn die Lippe übertritt, befinden sie sich unter Wasser. Auch dafür soll es eine Lösung geben. „Die Stellen sollen quasi auf Füßen stehen, damit das Wasser zumindest unten hindurch fließen kann und die Stelen nicht so großen Druck aushalten müssen“, sagt Kosmann.

Startpunkt des Weges wird der Ida-Pavillon nahe der St.-Ida-Basilika sein. Dort beginnt auch der neue Kreuzweg: „Dann kann man auswählen, ob man den kurzen Kreuzweg oder den längeren Ida-Gedenkweg auf sich nehmen möchte.“

Ideen für einen neuen Name gesucht

Beim diesem Namen solle es aber nicht bleiben, erklärt Kosmann: „Er trifft es zwar, aber für unseren neuen Weg findet sich ja vielleicht auch etwas Ansprechenderes“.

Aus diesem Grund startete die Pfarrei ein Gewinnspiel. Wer eine Idee für einen Namen hat, kann diesen einsenden. Eine Jury wird den besten Vorschlag küren, damit der Gedenkweg mit einem passenden Namen eröffnen wird.

Spendenaktion soll bei Finanzierung helfen

Bis es soweit ist, wird es noch ein wenig dauern. Denn zuerst steht die Frage der Finanzierung im Raum: Spenden sollen dabei helfen. Ab 50 Euro nehmen die Spender sogar an einer Verlosung teil: „Drei von ihnen und der Gewinner des Namenswettbewerbs gewinnen einen Ausflug nach Münster. Ich bin mir sicher, dass ich dort Türen öffnen kann, die sonst verschlossen bleiben“, sagt Kosmann.

Der Pfarrer ist überzeugt, dass die Pfarrei von dem Projekt profitieren wird: „Pilger sind im Kommen. Und neben dem neuen Kreuzweg wäre der Gedenkweg für alle ein höchst attraktives Angebot, um sich mit Ida auseinander zu setzen.“

Einsendeschluss ist der 15. April 2020

Als erste Heilige Westfalens sei Ida einzigartig: „Es gibt Heilige mit Botschaften, die nicht mehr so gut in die heutige Zeit passen. Bei Ida habe ich da gar keine Schwierigkeiten“, sagt Kosmann. Frieden stiften, Vertriebenen Zuflucht gewähren und Armen helfen – dafür stehe die Heilige Ida. Einsende- und Spendenschluss ist der 15. April 2020. Weiteres unter www.­sanktida.de.

 

Ida von Herzfeld
Als Verwandte Karls des Großen heiratete Ida einen Sachsenherzog und zog im Jahr 786 auf dessen Güter in Westfalen. Dabei überquerte sie die Lippe an einer Furt in Höhe des heutigen Herzfelds. Dort erhielt sie den Auftrag eines Engels, an dieser Stelle eine Kirche zu bauen – sie begann damit 790. Bis heute erzählen sich die Herzfelder, dass ihr ein Hirsch geholfen hat, den sie zuvor gerettet hatte. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 811 zog Ida in einen Portikus an der Kirche und widmete sich ganz dem Gebet und der Sorge für ihre Gemeinde. Einen Sarg, als Mahnung an den Tod in der Mitte aufgestellt, soll Ida mit Gaben für die Menschen gefüllt haben. 825 starb die als „Mutter der Armen“ verehrte Ida. Im Jahr 980 wurde sie heiliggesprochen.