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Der Moderator und Filmproduzent geht für die Sternsinger immer wieder auf Weltreise. Im Interview erzählt er von seinem Film über Bangladesch.
Herr Weitzel, warum engagieren Sie sich für die Sternsinger?
Das war ein schöner Zufall oder vielleicht auch eine Fügung: Vor ein paar Jahren ereilte mich ein Anruf von den Sternsingern, und die fragten: „Hey Willi, hast du nicht Lust, für uns in die weite Welt zu reisen und dort Kinder zu besuchen und zu befragen?“ Damit ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung. Und wenn ich jetzt mit den Sternsingern in abgelegene Orte reise, erinnere ich mich immer daran.
Sie waren als Kind selbst Sternsinger… welcher denn am liebsten: Kaspar, Melchior oder Balthasar?
Ich war wahrscheinlich der, den der Älteste der Gruppe mir zugewiesen hat: „Weitzel, Du machst den Kaspar.“ Vielleicht, weil ich ’eh oft der Kasper war. Jedenfalls war es für mich nicht irgendwie fremd, dass Sternsinger anrufen. Es gibt ja immer noch Menschen, wenn man denen etwas von den Sternsingern erzählt, dann sagen die: „Ach so, wie, kenne ich nicht.“ Aber es kommt natürlich darauf an, wo man lebt und ob da Sternsinger aktiv sind.
Wussten Sie als Kind, was mit dem Geld passiert, das Sie als Sternsinger gesammelt haben?
Nein, ich war ein eifriger Sternsinger, hatte aber überhaupt keine Ahnung, was wir da eigentlich machen. Wenn wir an der Tür gefragt wurden, wofür wir sammeln, dann hat das vielleicht der Älteste aus der Gruppe gewusst, und man hat da so mitgenickt, war aber eher auf die Süßigkeiten fixiert, die man von den Leuten geschenkt bekommen hat.
Deshalb dachte ich, ich habe hier eine einmalige Chance, den Kindern über den Film einfach zu erklären, was mit dem Geld passiert, das sie sammeln. Und auch diese ferne Lebenswelt, in der andere Kinder leben, den Kindern hierzulande zu vermitteln.
In der diesjährigen Aktion geht es um Bangladesch und Kinderarbeit. Warum dieses Land?
Eine unglaublich große Zahl von Kindern weltweit – so um die 140 Millionen – müssen arbeiten, sie haben nichts von ihrer Kindheit. In Bangladesch betrifft das mehr als 1,8 Millionen Kinder, die versteckt als Haushaltshilfen, in Fabriken oder in der Landwirtschaft arbeiten. Sie können nicht in die Schule gehen, lernen nicht lesen und schreiben. Man ist nur einmal Kind, und diese Kindheit wird ihnen genommen. Und ihnen fehlt wegen der mangelnden Bildung auch später der Schlüssel für ein besseres Leben.
Wie war Ihr Eindruck vor Ort?