Bistums-Beauftragter berät neue Katholikentagsleitung

Winterkamp: Katholikentag in Münster soll AfD beteiligen

Sie haben das letzte Wort bei Programm und Inhalten des 101. Deutschen Katholikentags 2018 in Münster: Am Mittwoch nehmen die zehn Mitglieder der Katholikentagsleitung in Münster förmlich die Arbeit auf.

Die sechs Männer und vier Frauen seien die Programm-Entscheider, erläutert Theodor Bolzenius, Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), im Gespräch mit „Kirche+Leben“. Deshalb ist eine kreative Ideen-Sammlung wichtigster Punkt der ersten Sitzung: Welche Themen könnten den Katholikentag bestimmen? Was prägt die Gastgeberstadt, was das Bistum?

Leitwort bis September

Beim Katholikentag in Leipzig hatte Bischof Felix Genn bereits auf Münsters Tradition als Stadt des Westfälischen Friedens verwiesen. Auch die Universität mit Europas größter katholisch-theologischer Fakultät könnte ein Anknüpfungspunkt fürs Programm sein.

Rasch muss nun ein Leitwort des Treffens stehen, sagt Bolzenius. Die Katholikentagsleitung wird voraussichtlich im September ihren Vorschlag ­machen. Stimmt der Hauptausschuss des ZdK zu – das Laiengremium ist Veranstalter des Katholikentags –, könnte das Motto im Oktober bekannt werden.

Programm-Kommission und Arbeitskreise

Dann beginnt die inhaltliche Arbeit: Eine Programm-Kommission entsteht, Arbeitskreise werden berufen, zum Beispiel für Themen wie Liturgie, Jugend, Ökumene und Eine Welt. Schon die Einrichtung der Arbeitskreise ist eine inhaltliche Aussage – zeigt sie doch, wie die Katholikentagsleitung Veranstaltungen gewichten will. Der Katholikentag in Leipzig hatte sich etwa zu einem Schwerpunkt „Dialog mit Nicht-Glaubenden“ entschlossen.

Ein gutes halbes Dutzend Gäste nimmt als Berater an den Sitzungen der Katholikentagsleitung teil. Erfahrene Katholikentags-Macher aus dem Generalsekretariat des ZdK in Bonn sind darunter, damit die zehn Leitungsmitglieder in Münster nichts Wichtiges vergessen.

Größere Bandbreite der Podien

Zu den Gästen gehört auch Domkapitular Klaus Winterkamp, Beauftragter des Bistums für den Katholikentag. Er sagt zu „Kirche+Leben“, er wolle „aus der Koordinierungsgruppe auf Bistumsebene alles einbringen, was wir in Münster und im Bistum beitragen können“. Zugleich hofft er, dass die Katholikentagsleitung aus dem Leipziger Treffen lernt.

„Mir ist eine große Nachfrage nach Gottesdiensten, spirituellen und kulturellen Angeboten aufgefallen“, sagt Winterkamp. Zudem wünscht er sich eine größere Bandbreite bei den Diskussionen. Es sollte „auch mal jemand auf dem Podium sitzen, der nicht die kirchliche Mehrheitsmeinung vertritt“.

Laut Winterkamp ist es Aufgabe des Katholikentags, sich mit unterschiedlichen Meinungen „ernsthaft auseinanderzusetzen“. Deshalb hält er die Entscheidung für falsch, dass in Leipzig keine Vertreter der rechtspopulistischen AfD an den Podien teilnehmen sollten. Das Medienecho habe die abwesende AfD ohnehin gehabt, bilanziert Winterkamp: „Da finde ich es besser, wir haben sie vor Ort und können ihr in Diskussionen Paroli bieten.“ Ob das 2018 in Münster so kommt, entscheidet die Katholikentagsleitung.

Zur Katholikentagsleitung gehören zehn Personen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) entsendet seinen Präsidenten Thomas Sternberg, den Generalsekretär Stefan Vesper, den Geistlichen Assistenten des ZdK, Bischof Gebhard Fürst aus Rottenburg, Sonja Billmann aus Aachen als Vertreterin der Diözesankomitees und -räte und Nadine Mersch. Sie arbeitet beim Bundesverband des Sozialdienstes katholischer Frauen in Dortmund und repräsentiert die Verbände im ZdK.
Das Bistum beruft Bischof Felix Genn, Generalvikar Norbert Köster, Anne Hakenes als Vorsitzende des Trägervereins für Münster 2018, Notburga Heveling als Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken und Stadtdechant Jörg Hagemann.