Debatten über kommunalen Zuschuss in Münster und Erfurt

Winterkamp: Katholikentag unabhängiger von Gastgeberstadt machen

Der Katholikentag soll sich finanziell unabhängiger vom Zuschuss der Gastgeberstadt aufstellen – dazu rät der Beauftragte des Bistums Münster für den Katholikentag 2018, Klaus Winterkamp. „Der Bund und das jeweilige Bundesland haben sicherlich ein Interesse, einen Katholikentag zu fördern – bei den Gastgeberstädten kann das anders aussehen“, sagte Winterkamp bei einem Treffen des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in Münster.

Der Bistums-Beauftragte verwies auf den mehr als zwei Jahre dauernden politischen Streit über den Zuschuss der Stadt Münster von knapp einer Million Euro. Derweil beschloss der Stadtrat in Erfurt, den geplanten Katholikentag 2024 mit bis zu 600.000 Euro zu unterstützen, wenn das Bistum Erfurt in mindestens gleicher Höhe fördert. Ursprünglich hatte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken bei der Stadt 1,2 Millionen Euro erbeten.

Was der Katholikentag bewirkt

In seinem Vortrag beim BKU warnte Winterkamp vor zu großen Hoffnungen auf positive Folgen eines Katholikentags. „Ein Katholikentag wird nicht den Rückgang des kirchlichen Lebens aufhalten“, sagte der künftige Generalvikar im Bistum Münster.

Die Wirkung eines Katholikentags sei schwer messbar, so Winterkamp. Er sei aber überzeugt, dass das Treffen seine Besucher stärke, die sich oft in Pfarreien und Verbänden engagierten. „Ein Katholikentag stärkt den Bezug der Menschen zur Kirche und kann gerade auch auf der persönlichen spirituellen Ebene nachhaltig sein.“

Den Katholikentag 2018 in Münster wertete Winterkamp als Erfolg. Es habe 53.000 Dauerteilnehmer gegeben und mindestens 35.000 Tagesgäste: „Wir hatten am vorletzten Tag, am Samstag um 12.30 Uhr, keine vorgedruckten Tickets mehr – und davon gab es 88.500.“ Da zudem viele Passanten das Programm auf den Freiluft-Bühnen verfolgt hätten, gehe der Katholikentag von bis zu 120.000 Besuchern aus.

Dank an Gastgeber und Katholikentags-Teilnehmer

Winterkamp dankte nochmals den Menschen in Münster und im Münsterland für ihre Gastfreundschaft. „Wir haben für 53.000 Dauerteilnehmer nur 5.200 Plätze in Gemeinschaftsquartieren und 2.300 Betten bei privaten Gastgebern gebraucht“, berichtete der künftige Generalvikar. Ziehe man die Münsterländer ab, die abends nach Hause gependelt seien, dann seien noch immer „mehrere zehntausend Gäste“ bei Verwandten, Freunden und Bekannten in Münster und im Umland untergekommen.

Die Katholikentags-Gäste lobte Winterkamp als „besondere und sehr angenehme Menschen“. Der Bistums-Beauftragte berichtete, die Malteser hätten insgesamt nur 437 Einsätze gehabt. Beim Stadtfest einer Großstadt würden Hilfsorganisationen mit 1.000 Einsätzen rechnen – pro Tag. Zudem habe die Stadt Münster für die Müllentsorgung beim Katholikentag nur 20.000 Euro aufwenden müssen.