KirchenVolksKonferenz „Gemeinde!“ tagt im März

„Wir sind Kirche“ fordert Stopp von Gemeinde-Zusammenlegungen

Die katholische Laienorganisation „Wir sind Kirche“ dringt auf einen Stopp von Gemeindefusionen. „Wir müssen gerade jetzt die Kirchengemeinden vor Ort stärken, statt sie zu immer größeren Einheiten zusammenzufassen und zu entpersönlichen“, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Magnus Lux dem Evangelischen Pressedienst (epd) vor der Bundesversammlung der Organisation und der KirchenVolksKonferenz „Gemeinde!“ vom 10. bis 12. März in Würzburg. „Es gibt in Gelsenkirchen Gemeinden mit rund 40.000 Gemeindegliedern“, sagte Lux. Diese großen pastoralen Räume sorgten für eine weitere Entfremdung der Menschen von der katholischen Kirche.

Für Lux ist die Begründung der Kirchenleitung für große Gemeinden - nämlich der Priestermangel - nur bedingt glaubhaft. „Kirchenrechtlich kann eine katholische Gemeinde auch von einem Pastoral- oder einem Gemeindereferenten geleitet werden, egal ob Mann oder Frau“, sagt der Sprecher. Das sei in der Vergangenheit schon so praktiziert, in den 1990er Jahren aber wieder abgeschafft worden, um das Priestertum zu stärken.

„Wir sind Kirche“ fordert eine „echte Reform“

„Ich wünsche mir deshalb, dass sich die Kirche auf ihre Wurzeln zurückbesinnt“, erläuterte Lux: „Das Volk Gottes sind alle, Kirche sind alle, nicht nur die Kirchenleitung.“ Das Kirchenvolk brauche zwar eine Leitung, das müsse aber kein sakral-sanktioniertes Priestertum sein.

„Wir sind Kirche“ fordert eine „echte Reform“, nicht nur die Öffnung des Priestertums für Frauen: „Was wir neben oft abgehobenen Männern im Priesteramt nicht brauchen, sind Frauen, die ebenso abheben.“ Schon jetzt könnten Gemeindemitglieder Beerdigungen leiten, die Taufe könne jeder vornehmen, das Ehe-Sakrament spende sich das Ehepaar selbst gegenseitig.