Osnabrücker Dogmatik-Professorin Eckholt hält den Hauptvortrag

„Wir sind Kirche“ lädt zu Tagung über Frieden nach Münster ein

Zum Thema „Gerechtigkeit säen, Frieden ernten“ kommt die Bewegung „Wir sind Kirche“ am Wochenende (9. bis 11. März) in der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster zusammen. Die Tagung ist öffentlich, Gäste sind willkommen.

Am Freitag ab 19.30 Uhr führt der emeritierte Pfarrer Norbert Arntz vom Institut für Theologie und Politik in Münster in das friedenstheologische Tagungs-Thema ein. Den Hauptvortrag hält am Samstag ab 9 Uhr Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück.

Ab 15.30 Uhr informiert „Wir sind Kirche“ über Aktionen in den Bistümern, auf Bundesebene und beim Katholikentag in Münster; zudem geht es um Anträge. Ab 19.30 Uhr steht die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff im Blickpunkt: Einen musikalisch-literarischen Abend gestaltet der Liedermacher Günther M. Doliwa. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Am Sonntag ab 9.30 Uhr erkunden die Teilnehmer Münster.

„Wir sind Kirche“ im Bistum Münster

Im Bistum Münster hat „Wir sind Kirche“ nach eigener Aussage „eine vergleichsweise breite Basis“. Offizielle Zahlen kann die Bewegung nicht nennen. „Wir haben keine Mitglieder“, erläutert Konrad Neumann von „Wir sind Kirche“ im Bistum Münster. „Wir sind alle katholische Christen, deswegen halten wir eine besondere Mitgliedschaft in unserer Bewegung nicht für notwendig.“ Über ihre Veranstaltungen beim „Katholikentag plus“ im Mai in Münster hat „Wir sind Kirche“ nach eigenen Angaben rund 1.000 Menschen im Bistum informiert, überwiegend per E-Mail.

Als ihre Aufgabe sieht die Bewegung es an, kirchliche Entwicklungen kritisch, aber konstruktiv zu begleiten. Konrad Neumann fordert etwa, den Laien in Pfarreien und Bistümern mehr Entscheidungskompetenz zu geben. Das gelte angesichts aktueller Finanz-Affären auch beim Thema Geld: „Dort müssen endlich Sachverstand und Kontrolle von Nicht-Klerikern einziehen, damit das Geld der Bistümer zum Wohl der Gläubigen und nicht für Spekulation eingesetzt wird.“

Kirche soll „raus aus dem Schlafzimmern“

Als „grotesk“ wertet Neumann Pläne im Erzbistum Hamburg, die Trägerschaft einiger katholischer Schulen aufzugeben. Damit gefährde die Kirche selbst die Weitergabe des Glaubens.

Segnungen von Homosexuellen kann sich Neumann vorstellen, allerdings mit klaren Unterschieden zur kirchlichen Eheschließung. Er wirbt zugleich dafür, gelassener mit den verschiedenen Formen von Sexualität umzugehen: „Die Kirche treibt sich zu sehr in den Schlafzimmern herum“, findet er. Sie solle „eher im Wohnzimmer bleiben“. Dort sei der Ort der Kindererziehung und des Vorlebens des Glaubens in der Familie.

Segnung von Homosexuellen „nicht in Hinterzimmern“

Eine Segnung von Homosexuellen wünscht sich Neumann „nicht in der Sakristei oder irgendwelchen Hinterzimmern“. Sie sei auch deswegen nötig, weil Menschen unserer Tage sich einen solchen Segen wünschten: „Es ist doch Aufgabe der Kirche, die Menschen von heute mit der frohen Botschaft Gottes zu erreichen.“

Den Eindruck, Geistliche einseitig zu kritisieren, weist Neumann zurück: „Wir legen bei ›Wir sind Kirche‹ Wert darauf, dass wir gemeinsam Kirche sind. Dann aber dürfen sich Kleriker nicht über die Laien erheben, sondern müssen der Gemeinde dienen.“