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Auseinandersetzung nach Trägerwechsel in Schöppingen findet gutes Ende

Wirbel um abgehängtes Kreuz in kirchlicher Einrichtung - und Entwarnung

  • Jahrzehntelang hat in einer katholischen Jugendeinrichtung in Schöppingen ein Kreuz gehangen - nach dem Wechsel an die evangelische Jugendhilfe wurde das Kreuz abgenommen.
  • Nach Kritik gab es ein Gespräch mit Vertretern der katholischen Kirchengemeinde, der Kommune und der evangelischen Jugendhilfe.
  • Das Kreuz wird nun aufgearbeitet und soll einen neuen Platz in der Einrichtung bekommen.
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Das Kreuz des Jugendheims „Haltestelle“ in Schöppingen wird wieder aufgehängt: „Es war ein Missverständnis“, sagt Thomas Diedershagen, Pfarrer der Schöppinger Pfarrei St. Brictius im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Auslöser war der Trägerwechsel der Einrichtung. Nach 66 Jahren in Händen der katholischen Kirchengemeinde wurde das Jugendheim an der Bergstraße an die evangelischen Jugendhilfe Münsterland übergeben. Ein Mitarbeiter hatte das Kreuz abgehängt und der katholischen Kirchengemeinde übergeben.

Das sorgte für Irritationen. Man wolle im Guten zusammenfinden, und es habe ein Gespräch mit Vertretern der katholischen Kirchengemeinde, der Kommune und der evangelischen Jugendhilfe gegeben, sagt Pfarrer Diedershagen: „Religiöse Symbole werden nicht ausgeschlossen, das war nie die Frage.“

Neuer Träger wil christliche Symbolik – und Offenheit

Die Geschäftsführung der evangelischen Jugendhilfe Münsterland hatte zuvor in einer Stellungnahme betont, keine Kenntniss von der historischen Bedeutung des Kreuzes für das Haus gehabt zu haben. Seit 1955 hing das schlichte, armlange Holzkreuz mit einem dunklen, bronzenen Korpus, gestaltet von dem renommierten westfälischen Künstler Hans Dinnendahl, im Saal des Obergeschosses der Jugendeinrichtung.

Auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“ schreibt Mirko Blome, pädagogischer Leiter der Jugendhilfe für die Regionen Steinfurt, Emsdetten, Greven und Saerbeck: „Sobald das Kreuz wieder vor Ort ist, möchten wir mit den Jugendlichen einen Beteiligungsprozess gestalten, um das Kreuz wieder aufzuhängen. Das Kreuz hat neben seiner religiösen Bedeutung auch eine historische, da es an die Anfänge des Jugendzentrums in Schöppingen erinnert. Entsprechend ist es uns wichtig, dies gemeinsam mit den Jugendlichen zu tun.“ Sowohl der katholischen Kirchengemeinde als auch der Evangelischen Jugendhilfe seien christliche Werte und Symbole in ihrer Arbeit wichtig, sei in dem gemeinsamen Gespräch betont worden.

„Gemeinsames christliches Bekenntnis“

Wolfgang Böcker, Pfarrer im Ruhestand, der die öffentliche Diskussion über das abgehängte Kreuz ins Rollen gebracht hatte, zeigte sich erleichtert darüber, dass der Korpus wieder aufgehängt werden soll: „Ich bin heilfroh, denn es geht um ein gemeinsames christliches Bekenntnis“, sagt Böcker, der als leitender Pfarrer der Gemeinde das Jugendheim von 1975 bis 2011 mit verantwortete.

Pfarrer Thomas Diedershagen ist dankbar, dass eine Lösung gefunden werden konnte. Er hat das Kreuz zur Aufbereitung an einen Schreiner gegeben, bevor es in das Jugendheim zurückkehrt.

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