„DOMGEDANKEN“

Wirtschaftsweise Grimm in Münster: „Zeit nach Reformen drängt“

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Die Expertin sprach in Münster über den Stand der deutschen Wirtschaft. Welche Herausforderungen sie sieht und welches Potenzial in den Kirchen.

Veronika Grimm hat an die deutsche Gesellschaft einen Appell gerichtet, sich ehrlich mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen und dabei auch unbequeme Reformen nicht zu scheuen. „Die wirksamen Maßnahmen sind leider die schmerzhaften“, sagte die Wirtschaftsweise mit Blick auf die Rentenpolitik, wie die Bischöfliche Pressestelle berichtet.

Als eine der renommiertesten Stimmen der deutschen Wirtschaftswissenschaft, sprach sie zum Abschluss der „Domgedanken“, einer Vortragsreihe im Münsteraner Dom, über die strukturellen Herausforderungen der deutschen Wirtschaft und die Notwendigkeit von Reformen. Ihr Vortrag trug den Titel „Ökonomie als Weltenanker – von den Voraussetzungen einer zukunftsfähigen Wirtschaft“.

Grimm: Mutiger in neue Technologien investieren

„Das Produktionspotenzial der Volkswirtschaft liegt aktuell nur bei 0,2 Prozent, also nicht bei zwei Prozent, wie sich die Bundesregierung das wünscht. Die Zeit, strukturelle Maßnahmen zu ergreifen, drängt“, analysierte sie die aktuelle Lage. Ursachen seien unter anderem die demografische Entwicklung, geringe Investitionen und Innovationskraft sowie geopolitische Unsicherheiten. So forderte die Wirtschaftsweise auch, dass Deutschland mutiger in neue Technologien investieren und sich von überbordender Regulierung lösen müsste.

Trotz allem zeigte sich Grimm zuversichtlich, dass Deutschland die nötigen Reformen stemmen kann. Dabei hob sie auch die Rolle der Kirche hervor: „Ich glaube, die Kirchen können viel dazu beitragen. Denn sie sind ein Ort, wo Menschen sich treffen, miteinander reden und auch Solidarität gelebt werden kann, die dazu führt, vielleicht auch anders über die Dinge nachzudenken.“

Abschluss der Vortragsreihe

Diözesan-Administrator Antonius Hamers dankte der Referentin: „Sie haben deutlich gemacht, dass eine solide, eine vernunftgetriebene, eine marktwirtschaftliche Finanz- und Wirtschaftspolitik die beste Grundlage für eine demokratische und freiheitliche Ordnung ist.“ Der Vortrag von Veronika Grimm bildete gleichzeitig den Abschluss der „Domgedanken“, die in ihrer bisherigen Form nicht fortgeführt werden.

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