WISSENSCHAFT

Frieden: Erster Nicht-Theologe leitet katholisches Forschungsinstitut

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Nach längerer Vakanz bekommt das ITHF in Hamburg wieder eine dauerhafte Führung. Wer der Neue ist und woher er kommt.

Der Politikwissenschaftler Christian Nikolaus Braun wird ab Oktober 2025 neuer Leiter des Instituts für Theologie und Frieden (ITHF) in Hamburg. Als „fachlich herausragenden und international bestens vernetzten Wissenschaftler“ würdigt ihn Militärbischof Franz-Josef Overbeck in einer Pressemitteilung der Katholischen Militärseelsorge. Mit der Neubesetzung sei auch eine „inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung“ des Instituts verbunden.

Braun ist derzeit Lecturer für „Defence Studies“ am Londoner King’s College. Er forscht im Bereich der Internationalen Beziehungen, zur Tradition des „gerechten Krieges“ und zum friedensethischen Denken von Papst Franziskus.

„Wenn der Krieg zurückkehrt, darf die Friedensethik nicht schweigen. Das neue ITHF stellt sich den ethischen Herausforderungen der Zeitenwende – reflektiert, tiefgründig und streitbar“, so der Politikwissenschaftler über seine neue Aufgabe.

Erstmals kein Theologe an der ITHF-Spitze

Braun tritt die Nachfolge des Theologen Heinz-Gerhard Justenhoven an, der das Institut bis 2023 leitete. Seither verwalteten verschiedene Personen das Institut kommissarisch. Unter anderem war Jochen Reidegeld, der ehemalige stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, als ITHF-Mitarbeiter Teil der vorübergehenden Führung. Mit Braun steht zum ersten Mal kein fachlich ausgewiesener Theologe an der Spitze der Forschungseinrichtung.

Das ITHF ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung in Trägerschaft der Katholischen Militärseelsorge. Die 1978 gegründete Institution soll sich eigenen Angaben zufolge mit „Fragen des Friedens und der Friedensgefährdungen“ auseinandersetzen sowie die Kirche diesbezüglich beraten.

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