WISSENSCHAFT

Münsteraner Theologin Elsner: So funktioniert Vatikan-Diplomatie unter Leo

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Franziskus versuchte, zwischen Kyjiw und Moskau zu vermitteln. Wie eine Ostkirchen-Expertin die Bemühungen seines Nachfolgers einschätzt.

Die Münsteraner Theologin Regina Elsner hat die Ukraine-Politik von Papst Leo XIV. gelobt. Frühere diplomatische Initiativen des Vatikans seien von der Realität eingeholt worden, so die Ostkirchenkundlerin in einem Podcast des Onlinemagazins „Die Eule“. 

Die Kurie schätze ihre eigene Rolle im Konflikt nun realistischer ein. Chancen sehe Elsner vor allem darin, sich für russische Katholiken und ukrainische Kinder einzusetzen, die von Russland verschleppt wurden.

Spaltung der Orthodoxie

Die Rolle der russisch-orthodoxen Kirche bewertet die Theologin deutlich kritischer: Sie sei immer noch ein „wichtiger Akteur für die Mobilisierung der russischen Bevölkerung, für die Legitimation des Krieges und der Propaganda“, sagte Elsner. Das Moskauer Patriarchat inszeniere sich als „Kämpfer gegen den Antichristen, den man in den westlichen liberalen Werten erkennt“.

Diese Haltung spalte auch die Ostkirchen: „Von einer geeinten Orthodoxie können wir schon lange nicht mehr sprechen“, so Elsner. Im Unterschied zum Moskauer Patriarchen Kyrill setze sich Bartholomaios I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, für Menschenrechte und den interreligiösen Dialog ein. 

Zwischen den beiden Strömungen gebe es nach Einschätzung Elsners kaum noch Möglichkeiten, über diese Differenzen ins Gespräch zu kommen, „auch wenn man das natürlich nach außen hin nicht so gerne sagt“.

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