Anzeige
Die traditionsreiche Medienmarke verschwindet. Wie es für religiöse Themen bei der "Zeit" weitergehen soll.
Die Wochenzeitung "Die Zeit" stellt am 22. Oktober ihre Sonderseiten "Christ & Welt" ein. Eine Verlagssprecherin sagt bei katholisch.de: “Die Berichterstattung über religiöse und christliche Themen möchten wir fortführen, allerdings nicht mehr in Form eines eigens zu abonnierenden Angebots, sondern im Digitalen sowie auf den Seiten 'Glauben und Zweifeln'.”
Die Rubrik "Glauben und Zweifeln" werde künftig häufiger mit erweitertem Umfang in der "Zeit" zu finden sein, wird die Sprecherin zitiert. Die Redakteurinnen von "Christ & Welt" sollten in andere Ressorts der "Zeit" wechseln.
Der Verlag bestätigte am Sonntag, 6. September, den Vorgang dem Evangelischen Pressedienst. Zu den Gründen gab es keine Angaben.
Die Geschichte von "Christ & Welt"
Deren Verlag hatte die Marke "Christ & Welt" 2010 von der kurz zuvor eingestellten katholischen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" übernommen. 1980 war die 1948 gegründete evangelisch-konservative Wochenzeitung "Christ & Welt" im "Rheinischen Merkur" aufgegangen und dort als Ressort weitergeführt worden.
Nach der Übernahme durch die "Zeit" 2010 wurde "Christ & Welt" als sechsseitige Beilage von einem redaktionellen Dienstleister in Bonn produziert. 2016 übernahm die "Zeit" die Beilage komplett und verlegte die Redaktion nach Berlin.
2024 wurde der Umfang von "Christ & Welt" von sechs auf drei Seiten halbiert. Dazu hieß es, der Verlag sei überzeugt, "Christ & Welt" werde "als Teil des Hauptblattes noch besser - zwar weniger umfangreich, aber inhaltlich noch stärker".