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Kölner Kardinal entschied schließlich anders - Heute 65. Geburtstag

Woelki: Im Winter über Rücktritt nachgedacht

  • Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat im Winter erwogen, sein Amt aufzugeben.
  • Dann entschloss er sich jedoch zum Weitermachen.
  • "Ich nehme meine moralische Verantwortung eher wahr, indem ich mich der Aufarbeitung stelle."
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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat im Winter erwogen, sein Amt aufzugeben. "Als damals ein neuer Missbrauchsfall bekannt wurde, habe ich mir spontan gesagt, dass ich jetzt eigentlich nur noch meinen Rücktritt anbieten kann, um als derjenige, der gegenwärtig die Verantwortung für das Erzbistum trägt, auch die institutionelle Verantwortung für das Vergehen und das Versagen in den früheren Jahren zu übernehmen", sagte Woelki dem "Bonner Generalanzeiger". "Aber ich nehme meine moralische Verantwortung eher wahr, indem ich mich der Aufarbeitung stelle und nicht meine Verantwortung an andere abgebe."

Die Entsendung der Apostolischen Visitatoren im Juni nannte Woelki ein "faires und gutes Vorgehen". Nun wünsche er sich eine zeitnahe Stellungnahme aus Rom: "Der Vatikan hat von sich aus die Angelegenheit an sich gezogen und darum jetzt auch die Verpflichtung, sich mit Blick auf alle betroffenen Personen sachgerecht zu äußern. Es kann nicht sein, dass man sich monatelang Zeit lässt und die Menschen in Ungewissheit belässt."

 

Zurückhalten des ersten Gutachtens verteidigt

 

Woelki, der am heutigen Mittwoch 65 Jahre alt wird, gibt an, er fühle sich durch die öffentliche Diskussion über die Missbrauchsfälle "auf eine ganz andere Weise herausgefordert". Es sei schwierig, weil aus rechtlichen Gründen die Öffentlichkeit nicht alle Zusammenhänge erfahren dürfe.

Deshalb verteidigt Woelki auch das Zurückhalten des Gutachtens der Münchner Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl für das Erzbistum Köln. Die Verantwortlichen der Erzdiözese seien von "namhaften Juristen" darauf hingewiesen worden, dass die Veröffentlichung rechtswidrig gewesen wäre. Deswegen habe er entschieden, das Gutachten zurückzuhalten, obwohl es "einiges an Ärger und Vertrauensverlust erspart" hätte.

 

"Wir müssen selbst unser Versagen aufarbeiten"

 

Generell hält der Erzbischof es für richtig, dass sich die Kirche selbst mit Missbrauchsfällen in ihren Reihen befasst. "Man muss die Fähigkeit und auch die Bereitschaft haben, ein solches Versagen selbst aufzuarbeiten", sagte Woelki. Dem sei die Kirche bereits durch die Vorlage eines unabhängigen Gutachtens nachgekommen.

"Jetzt werden wir die Aufarbeitung einer unabhängigen Kommission unter anderem aus Juristen, Psychologen und Medizinern anvertrauen und warten darauf, dass das Land die dazu notwendigen Schritte einleitet. Von uns aus hätte das vor Wochen geschehen können", so Woelki.

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