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Kurz vor Beginn der Apostolischen Visitation im Erzbistum Köln

Woelki tauscht komplette Führung der Priesterausbildung aus

  • Kurz vor dem Besuch von Kontrolleuren des Papstes in seinem Erzbistum wechselt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Leitung der Priesterausbildung aus.
  • Der bisherige Leiter Pater Romano Christen hatte 2019 mit Aussagen über Homosexualität für Empörung gesorgt. Woelki hielt dennoch an ihm fest.
  • Gespräche über die Personalentscheidungen seien bereits im Mai geführt worden, betont das Erzbistum.
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Kurz vor dem Besuch von Kontrolleuren des Papstes in seinem Erzbistum wechselt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Leitung der Priesterausbildung aus. Zum 1. September wird der bisherige Leiter der Diözesanstelle "Berufe der Kirche", Pfarrer Regamy Thillainathan, Regens des Priesterseminars in Köln und Direktor des Theologenkonvikts Collegium Albertinum in Bonn, wie das Erzbistum Köln am Montag mitteilte.

Der 39-jährige Thillainathan sei bereits Mitte Mai zum Regens des Kölner Priesterseminars ernannt worden, heißt es weiter. Sein Vorgänger, Pater Romano Christen, führe die Einrichtung nur noch kommissarisch bis Ende August. Bis dahin bleibe Christen jedoch Direktor des Collegium Albertinum. Die Ernennung sei zuerst den Seminaristen und Studenten mitgeteilt worden, so das Erzbistum. Für einen entsprechenden Vorabbericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" hatte es am Wochenende noch keine Bestätigung gegeben.

Empörung über Aussagen zu Homosexualität

Christen hatte Anfang 2019 mit Aussagen über Homosexualität für Empörung gesorgt. Kardinal Woelki kritisierte einige seiner Äußerungen, hielt an dem Pater als Priesterausbilder aber bislang fest. Künftig soll Christen als Pfarrvikar an der Kommunität der Priesterbruderschaft der Missionare des Heiligen Karl Borromäus in Bad Godesberg tätig sein.

Ab 1. September wird zudem Pfarrer Ralf Neukirchen aus Köln-Chorweiler als Spiritual am Priesterseminar und am Diakoneninstitut die geistliche Begleitung der Kandidaten verantworten. Am Priesterseminar folgt er auf Axel Hammes, der weiterhin Dozent an der Ausbildungsstätte sowie an weiteren Einrichtungen bleibt. Gespräche über diese Personalentscheidung waren laut Erzbistum ebenfalls schon Mitte Mai abgeschlossen.

Woelki: Starkes Zeichen des Aufbruchs

"Mit den Berufungen von Pfarrer Regamy Thillainathan und Pfarrer Ralf Neukirchen will ich ein starkes Zeichen des Aufbruchs setzen", erklärte Kardinal Woelki. Damit verbunden sei die Hoffnung auf neue Akzente in einer zukunftsweisenden Priesterausbildung. Auch Erkenntnisse aus einem Gutachten zum Umgang der Bistumsspitze mit Missbrauchsfällen - dem sogenannten Gercke-Report - sollten hier berücksichtigt werden.

Thillainathan studierte Theologie in Bonn, im indischen Pune und im spanischen Burgos. 2009 weihte ihn Kardinal Joachim Meisner zum Priester. Ab 2015 leitete er die Diözesanstelle für Berufungspastoral und war somit für die Anwerbung von Priester- und Seelsorgernachwuchs zuständig. Seit dem 1. September 2019 ist er zudem im Mentorat für Studierende der katholischen Theologie in Bonn tätig. 2017 fuhr Thillainathan einige Wochen auf einem Flüchtlingsrettungsschiff im Mittelmeer mit. Zuletzt äußerte er sich mehrfach kritisch über Rassismus in der Kirche.

Medien hatten bereits berichtet

Medien hatten bereits am Wochenende über den bevorstehenden Austausch der Führungsebene berichtet. Demnach sollte auch der stellvertretende Regens Tobias Hopmann ersetzt werden - durch den bisherigen Studienbegleiter (Repetent) Markus Söhnlein. In der nun veröffentlichten Mitteilung des Erzbistums wird Söhnlein aber weiterhin als Repetent bezeichnet. Zum Leitungsteam zählt demnach auch die neu ernannte Referentin in der Priester- und Diakonenausbildung, Carmen Breuckmann-Giertz.

Momentan bereiten sich 23 Männer im Bonner Collegium Albertinum auf die Priesterweihe vor. Derzeit leben alle Priesteranwärter des Erzbistums Köln dort, weil das Priesterseminar in Köln, wohin sie normalerweise nach dem Studium wechseln, saniert wird.

Visitation beginnt in dieser Woche

In dieser Woche beginnt eine vermutlich rund zweiwöchige Visitation zweier Gesandter von Papst Franziskus im Erzbistum Köln. Hintergrund ist die seit mehr als einem Jahr geführte Debatte um die Aufarbeitung von Missbrauch durch Geistliche in Deutschlands mitgliederstärksten Diözese. Dabei geht es auch um die Frage, inwiefern hohe Würdenträger Fälle vertuscht und Täter geschützt haben.

UPDATE: Absätze 5 bis 7 ergänzt (31.05.2021, 12.00)

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