Kosten von 460.000 Euro – Spenden werden nicht gebraucht

Woher kommt das Geld für die Kirchen-Sanierung in Cloppenburg?

Die Kirche St. Andreas Cloppenburg wird ab Ende Juni saniert. Vor allem der Kirchturm. Soweit ist alles klar. Das kostet 460.000 Euro. Und das ist schon nicht mehr restlos klar. Hermann Schröer warnt direkt: „Die Gesamtkosten lassen sich nicht genau fassen.“ Schröer ist Vorsitzender im Kirchenausschuss, dem entscheidenden Gremium für die Finanzen der Gemeinde. Und dass sich bei Sanierungen unerwartet neue Kosten ergeben, hat er schon erlebt.

Restlos klar ist aber: Die Gemeinde wird nicht zu Spenden aufrufen, und Kollektenkörbe werden deswegen auch nicht durch die Bankreihen gereicht. „Daran ist nicht gedacht“, betont Schröer. Die Gemeinde könne ihren Anteil an den Kosten komplett aus Rücklagen im so genannten Kirchenfonds decken. Dorthin fließen Einnahmen etwa aus Erbbaurechten, erklärt Schröer. Die Gemeinde könne über diese Gelder mit Zustimmung des Bischöflichen Offizialates selbst verfügen. Hier nun einen Betrag von 161.000 Euro, 35 Prozent der Kosten.

Zu zwei Dritteln aus Kirchensteuern

Denn die Sanierung der Kirche in Cloppenburg wird auch mit dem Geld aller oldenburgischen Kirchensteuerzahler finanziert. Der Kirchensteuerrat hat am 7. Dezember beschlossen, 65 Prozent der Kosten, also 299.000 Euro, zu übernehmen. Er folgt damit seiner festen Regel, nach der die Außensanierung von Kirchengebäuden zu zwei Dritteln bezuschusst wird.

Notwendig ist die Sanierung vor allem, weil eine Holzkonstruktion im Glockenturm, die so genannte Laterne, in die Jahre gekommen ist. Marlies Niemann, Architektin im Bischöflichen Offizialat, erklärt, dort sei hochwertiges Eichenholz verbaut. Aber trotzdem nehme sie mit der Zeit doch Schaden. „Alle 30 Jahre muss man da ran.“

Nächster Sanierungsbedarf schon gefunden

Zur Sanierung gehören auch „kleinere Arbeiten“ an Dach und Fassade der Kirche, ergänzt Hermann Schröer. Schröer beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Kirchenfinanzen und Kirchengebäuden. Sanierungmaßnahmen seien im Laufe der Zeit immer notwendig. Doch die aktuelle Baustelle nennt er doch „in Bedeutung und Ausmaß nicht alltäglich.“

Um beim Sanierungsbedarf auf aktuellem Stand zu bleiben, habe der Kirchenausschuss auch die Fachfirma „Monumentendienst“ hinzugezogen, die zurzeit die Kirche auf weitere Sanierungsbedarf überprüfe. Eine Schwachstelle haben die Fachleute schon gefunden: eine veraltete Elektrotechnik. „Unser nächstes Vorhaben“, sagt Schröer.

Die Kirche St. Andreas gehört zu den ältesten Kirchbauten im Oldenburger Land, sie wurde 1772 errichtet. Der Kirchturm wurde 1788 gebaut, unter Verwendung von mittelalterlichen Mauerresten.