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Die Reliquien lagen verstaubt und schwer beschädigt herum. Jetzt sind sie aufwendig restauriert und in Xanten neu aufgestellt worden.
80 Jahre lang lagerten sie in Kellern, Depots und Werkstätten: die Reliquien der Märtyrer, die in der Spätantike ums Leben kamen, weil sie sich zum Christentum bekannten. Nun sind sie laut Bischöflicher Pressestelle wieder in den Xantener Dom zurückgekehrt.
Es sind der Legende nach die sterblichen Überreste römischer Soldaten, die einst an der Seite des Heiligen Viktor standen, dessen Reliquien im Hochaltar des Domes verehrt werden. Mit dem heutigen Namenspatron des Xantener Domes gingen die Legionäre in den Tod für ihren damals noch jungen Glauben. Ihre Knochen sind seit dem Mittelalter reich mit Stoff, Glasperlen und dünnem Silberdraht verziert.
Experte: Reliquien stark verstaubt
Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die Reliquien der Märtyrer – die als Glaubenszeugen verehrt werden – Teil des Hochchores im Xantener Dom. Um sie vor Zerstörung während des Krieges zu schützen, wurden sie in Sicherheit gebracht. Dazu wurden die sogenannten Tableaus, auf denen die körperlichen Überreste befestigt sind, aus den Holzschreinen entnommen. Die am Ort verbliebenen Kästen wurden im Krieg bis auf wenige Reste zerstört und die Reliquien verschwanden weitgehend aus dem Gedächtnis der Gemeinde. Und das, obwohl der Name Xanten aus dem lateinischen Ausdruck „ad sanctos“ (deutsch „bei den Heiligen“) hervorgegangen ist.
Es waren „Puzzleteile“, denen sich vor einigen Jahren die Expertinnen und Experten der Kunstpflege des Bistums Münster gegenübersahen, wie deren Leiter Thomas Fusenig bei einem Treffen im Dom berichtet. Von den aus dem Mittelalter stammenden Holzschreinen waren nur kleine „Bretterhaufen“, wie Fusenig es ausdrückt, übrig und die Reliquien waren stark verstaubt.