Größere Fläche, mehr Aufmerksamkeit, neue Ehrenamtliche

Xantener Weltladen verkauft mehr in neuen Räumen

Es sind nur wenige Schritte zu Fuß, aber die Unterschiede gegenüber vorher sind beim Warenangebot und bei den  Besucherreaktionen enorm. Der Weltladen in Xanten ist Anfang des Jahres eine Hausnummer auf der Kurfürstenstraße weitergezogen – in größere Räume. Die Verantwortlichen der Initiative haben mit diesem Schritt das Geschäft aus seinem einstigen Nischendasein herausgelöst.

Das erste Halbjahr hat der Laden erfolgreich bestanden. „Wir haben  fast vorweihnachtliche Gefühle entwickelt“, sagte Anette Artz bereits fünf Monate nach der Neueröffnung. Artz ist die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Lokals. 

Größere Schaufenster

„Wir hatten Umsätze wie sonst im Dezember, wenn am meisten zu tun ist. Das zeigt, dass sich der Umzug gelohnt hat und wir gut ankommen“, sagt sie. Natürlich sei es zu Anfang ein Schritt ins Ungewisse gewesen. „Aber im Moment sieht es rosig aus.“

Bislang hatte das Lokal eher versteckt gelegen, zwar ebenfalls zur Xantener Fußgängerzone hin, aber mit nur wenig Schaufenster- und Verkaufsfläche. Nun haben Passanten einen guten Blick auf die große Auslage in den Fenstern und im Raum.

Deutlich größeres Angebot

„Wir werden als Laden wahrgenommen und nicht mehr als Geheimtipp“, sagt der Vorsitzende des Weltladens, Wolfgang Schneider. „Wir werden mehr als fairer Handelspartner wahrgenommen – Weltladen 2.0.“ Mit den Nebenräumen stehen den Mitarbeitern 60 Quadratmeter zur Verfügung. Viel Platz, um auch zu Treffen und kleineren Veranstaltungen einzuladen. Das Angebot von fair gehandelten Produkten ist zudem deutlich größer. Etwa 300 bis 400 Lebensmittel stehen in den Regalen.

Dazu kommt der umfangreiche Non-Food-Bereich, nur Kleidung ist ausgespart. Fußbälle aus fairer Herstellung liegen im Schaufenster. In der Mitte des Verkaufsraums sind auf zwei Tischen die Angebote ansprechend arrangiert. „Wir haben auch neueste Gepa-Premiumware“, sagte Anette Artz.

Geschäft ohne Risiko

Gepa steht für Gesellschaft für Entwicklung und Partnerschaft und gehört wie El Puewwnte, dwp und Contigo zu den Lieferanten, die sich auf den Bezug fair produzierter Ware und die Weitergabe an spezielle Läden spezialisiert haben. Der Xantener Weltladen muss die Waren nicht selbst einkaufen, sondern nimmt sie in Kommission. „So haben wir keinen Nachteil“, betont Schneider. Das finanzielle Risiko entfalle.

„Dafür haben wir nun vieles im Angebot, das früher nicht zu unserem Sortiment gehörte.“ Lampen etwa und Teppiche. Was bei den Kunden nicht ankommt, geht direkt zurück an die Gepa.

Konzertierte Aktion

Möglich machte den Umzug der Eine-Welt-Gruppe eine konzertierte Aktion der beiden christlichen Gemeinden, die die Arbeit mit großem Wohlwollen begleiten, sagt Schneider.  Mit der evangelischen Kirchengemeinde als Eigentümerin des Gebäudes habe man einen „Mietvertrag mit moderaten Bedingungen“ geschlossen.

Die  katholische Propsteigemeinde St. Viktor und das Bistum Münster gaben finanzielle Starthilfe. Einen weiteren Effekt habe der Umzug bewirkt, erklärt Artz. Der Weltladen hat neue ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen.