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Neue Ehrenamtskoordinatorin der Caritas in Münster sieht viel Potential

youngcaritas: Junge Menschen haben eigene Pläne, anderen zu helfen

  • „youngcaritas“ ist ein Angebot des Wohlfahrtsverbandes, das seit einigen Jahren für junge Menschen die Möglichkeit schafft, sich ehrenamtlich zu engagieren.
  • Eine große Offenheit ermöglicht es den Jugendlichen, ihre Ideen selbst einzubringen und umzusetzen.
  • Iria Jager, neue Ehrenamtskoordinatorin im Caritas-Stadtverband Münster, erlebt große Motivation und viel Kreativität.
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Wenn sich junge Menschen sozial-caritativ engagieren wollen, dann denken sie nicht sofort an die klassischen Angebote der Caritas. In der Gemeindecaritas und Einrichtungen des Wohlfahrtsverbands sind es eher ältere Semester, die sich ehrenamtlich einbringen. Iria Jaeger kennt die Gründe. Als neue Ehrenamtskoordinatorin von „youngcaritas“ in der Stadt Münster kennt sie aber auch die Möglichkeiten, Jugendliche und junge Erwachsene auf anderen Wegen für Ideen der Caritas zu gewinnen.

Die bundesweit organisierte „youngcaritas“ gibt es seit etwa acht Jahren. „Es war eine Antwort auf die Frage, wie die gängigen Einsatzbereiche für Ehrenamtliche bei der Caritas ergänzt und für jüngere Menschen interessant gestaltet werden können“ sagt Jaeger. Das Konzept: Die Lebenswelt der Jugend sollte zum Ausgangspunkt werden. „Sie sollte mit ihren Ideen kommen, mit ihrer Begeisterung für Projekte, mit ihrer Kreativität in der Umsetzung.“

 

Ideen kommen von den Jugendlichen

 

In den Angeboten, die entstanden sind, spiegelt sich diese Offenheit. Auch in Münster, sagt Jaeger: „Hier gab es zum Beispiel Smartphone-Sprechstunden, bei denen die Jugendlichen ältere Menschen einluden, um mit ihnen den Umgang mit neuer Technik zu üben.“ Oder die Aktion „Warm durch die Nacht“, bei der die Teilnehmer einen Bollerwagen mit heißem Kaffee beluden, um obdachlose Menschen aufzusuchen.

Die Ideen kommen von den Jugendlichen, die Caritas unterstützt organisatorisch und mit Material. „Wir bringen die Akteure zusammen, helfen ihnen bei der Umsetzung und sind Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt.“ Auch Fortbildungen gehören zu den Möglichkeiten, die Projekte zu unterstützen. Zudem öffnet der Name „youngcaritas“ auch so manche Tür, sagt Jaeger: „Wenn sich eine Gruppe auf uns beruft, gibt es so etwas wie ein Vorvertrauen – Caritas ist eine bekannte Marke.“

 

Ehrenamt muss zum Alltag passen

 

Wichtig ist der Sozialpädagogin auch, dass das Ehrenamt bei „youngcaritas“ ein Format ist, das zum Alltag und den Gewohnheiten junger Menschen passt. „Die Freizeit ist knapper, der Lebensrhythmus unruhiger geworden.“ Eine lange Bindung an Aufgaben ist für viele kaum mehr möglich. „Bei uns gibt es keine langfristigen Verpflichtungen oder konkrete Aufgabenzuweisungen“, sagt Jaeger. „Wir suchen nicht einen Helfer für einen bestimmten Wochentag und für ein halbes Jahr.“ Das Engagement bestimmt der Ehrenamtliche für sich – inhaltlich und zeitlich.

Ist der Caritas-Nachwuchs dabei verlässlich genug? „Scheinbar ja“, sagt Jaeger. „Die gelungenen Aktionen belegen das.“ Und die Nachfrage auch. Immer wieder klingelt das Telefon der 28-Jährigen oder es kommen E-Mails mit der Anfrage von Jugendlichen rein, die sich für ein soziales Projekt engagieren wollen. Mittlerweile hat sich in Münster ein „harter Kern“ von etwa 20 Personen gebildet, die sich regelmäßig treffen und neue Aktionen planen. „Für die einzelnen Projekte können dann oft weitere Helfer begeistert werden.“

 

Elf youngcaritas-Standorte im Bistum Münster

 

„Die youngcaritas hat unsere Oberfläche vergrößert, an der Menschen andocken können, die sich sozial einbringen wollen“, sagt Jaeger. „Weil sie in den Themen und Organisationsformen große Offenheit besitzt.“ Die Jugendlichen kommen mit einem großen Spektrum an Inhalten, die für die Caritas manchmal etwas außergewöhnlich erscheinen – etwa beim Thema Klimawandel. Die Pflege eines nachhaltig gestalteten Gartens am Caritas-Haus in Münster gehört sicher nicht zu den klassischen Angeboten des Wohlfahrtsverbandes. „Sie passt aber zum Profil der Caritas, weil sie den Einsatz für andere Menschen eben um diese Perspektive erweitert.“

Die Aufgabe von Jaeger wird künftig auch sein, im bundesweiten Netzwerk der Ansprechpartner mitzuarbeiten. „Viele Projekte in den einzelnen Orten sind gute Vorbilder für den eigenen Bereich.“ Etwa 70 Standorte von „youngcaritas“ gibt es mittlerweile, allein elf davon befinden sich im Bistum Münster. In der Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden und Schulen sieht sie ebenfalls die Chance, Interesse zu wecken und neue Ideen zu entwickeln.

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