Er war der letzter Steyler am Arnold-Janssen-Gymnasium Neuenkirchen

„Zauberpater“ Hermann Bickel aus Rheine gestorben

Keiner verstand es wie er, Magie und Glaube unter einen Hut zu bringen, und daraus dann auch noch bunte Blumen zu zaubern: Am Montag ist der Steyler Missionar und „Zauberpater“ Hermann Bickel im Alter von 82 Jahren in St. Wendel gestorben.

Keiner verstand es wie er, Magie und Glaube unter einen Hut zu bringen, und daraus dann auch noch bunte Blumen zu zaubern: Gestern ist der Steyler Missionar Hermann Bickel, auch bekannt als „der Zauberpater“, im Alter von 82 Jahren in St. Wendel gestorben. Das teilte sein Orden mit.

Mehr als 30 Jahre begeisterte er beispielsweise Erstkommuniokinder in Rheine mit seiner Zauberkunst. Und nicht nur sie: In unzähligen Fernsehauftritten verzauberte der Steyler Pater Moderatoren wie Frank Elstner, Hape Kerkeling oder Jörg Pilawa und deren Zuschauer gleichermaßen.

Noch vor der Priesterweihe in den Magischen Zirkel aufgenommen

Geboren am 27. April 1938 in Rheine-Mesum, trat er 1957 nach dem Abitur in das Ordens-Noviziat der Steyler Missionare in St. Augustin bei Bonn ein. 1960 erkrankte der damals 22-jährige Student schwer. Gegen die Langeweile auf dem Krankenbett half das Zauberbuch eines Kommilitonen, berichtete er „Kirche-und-Leben.de“ 2019 in einem Interview. So kam er das erste Mal mit dem Zaubern in Kontakt. 1965, noch vor der Priesterweihe am 18. Dezember, wurde er in den „Magischen Zirkel Deutschlands“ aufgenommen, den Berufsverband von Zauberkünstlern, Illusionisten und Unterhaltern.

Seine Promotion musste Bickel aus gesundheitlichen Gründen abbrechen, aber er stellte sich seinem Orden zur Verfügung, auch wenn er nicht im Ausland als Missionar tätig sein konnte: „Das war eigentlich immer mein großer Traum, zum Beispiel nach Afrika oder Asien zu gehen, und dort Gottes Frohe Botschaft zu verkünden.“ Das tat er dann auf der Bühne, nicht missionarisch, aber mit viel Augenzwinkern: Für seine Auftritte, teilweise bis zu 140 im Jahr, erhielt er Spenden, die vielen Projekten der Steyler zugute kamen. Die letzten Jahre unterstützte Bickel vor allem die Arbeit von Pater Heinz Kulüke auf den Philippinen, der bis 2018 Generalsuperior der Steyler Missionare war.

Prägende Zeit am Arnold-Janssen-Gymnasium Neuenkirchen

Eine weitere, prägende Zeit war für Pater Bickel ab 1977 sein Einsatz am Arnold-Janssen-Gymnasium in Neuenkirchen bei Rheine. Nirgendwo verbrachte er mehr Zeit als hier. Schon als Schüler hatte er hier die Schulbank gedrückt. Als Religionslehrer kehrte er gern zurück: „Das war mir immer ein Anliegen, jungen Menschen einen Lebenssinn im Glauben aufzuweisen, durch wissenschaftlich begründete Auseinandersetzung mit Lebensfragen“, äußerte er sich gegenüber „Kirche-und-Leben.de“. Auch Weihbischof Christoph Hegge gehörte zu seinen Schülern. Von 1994 bis 2002 war Pater Bickel der letzte und einzige Steyler Pater im Schuldienst. Nach seiner Pensionierung half er bis zum endgültigen Weggang der Steyler Missionare aus St. Arnold 2008 in der Seelsorge aus.

Gezaubert hat er nach seinem 81. Geburtstag nur noch im kleinen Kreis: Für die Erstkommunionkinder in Schapen.

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