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Digitale Vollversammlung beendet – Missbrauch prägt Beratungen

ZdK berät noch vor Weihnachten über Synodalen Weg und Kirchentag

  • Möglichst in den kommenden vier Wochen will das ZdK einen eigenen Termin ansetzen, um über den Fortgang des Synodalen Wegs zu beraten.
  • Auch über den Ökumenischen Kirchentag 2021 soll gesprochen werden.
  • Bischof Georg Bätzing zeigte sich beim ZdK sehr unzufrieden über die Lage der Kirche und Blockaden beim Thema Missbrauchs-Aufarbeitung.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sieht das Gremium nach der ersten digitalen Vollversammlung vor „sehr großen Herausforderungen“. Möglichst in den kommenden vier Wochen solle ein eigener Termin angesetzt werden, um über den Fortgang des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu beraten, sagte Sternberg der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Das Thema war zuvor vertagt worden. Vor zwei Tagen wurde bekannt, dass die Vollversammlung des Synodalen Wegs wegen der Corona-Pandemie erst im Herbst 2021 wieder in Präsenz tagen will.

„Großzeichen in der Tradition des ÖKT“

Noch vor Weihnachten will das Präsidium des Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) zusammenkommen. Sternberg sprach von der „Gestaltung eines ökumenischen Großzeichens in der Tradition des ÖKT“.

In der bekannten Form mit „Kirchentags-Feeling“ werde das Treffen im Mai in Frankfurt „wohl kaum möglich sein“, bedauerte der ZdK-Präsident, der katholischer Präsident des ÖKT ist. Veranstalter sind das ZdK, der Deutsche Evangelische Kirchentag, die örtlichen Bistümer und Landeskirchen.

Vor einigen Tagen hatte es Verwirrung wegen eines Berichts zur angeblichen Absage des ÖKT gegeben. Die Stadtverwaltung Frankfurt und die Veranstalter erklärten am 11. November, noch sei nichts entschieden.

Bischof Bätzing: „Blockaden“ bei Missbrauchs-Aufarbeitung

Breiten Raum bei der ZdK-Vollversammlung nahm die Aufarbeitung der Skandale um sexuellen Missbrauch ein. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, äußerte sich bei dem digitalen Treffen „sehr unglücklich über die Gesamtsituation“ der deutschen Kirche. Wer Transparenz verspreche, müsse sie auch einhalten.

Die aktuellen „Blockaden und Stockungen“ ließen indes in den Hintergrund treten, was es an Bewegung bereits gegeben habe, so Bätzing. Er dankte zugleich den Medien, die bisweilen aufklärten, „was wir unter Umständen nicht schaffen aufzuklären“.

Bätzing: Es ist vertuscht worden

Täter müssten als Täter behandelt werden, strafrechtlich und kirchenrechtlich. Klar sei: „Es ist vertuscht worden, es wurde die Verantwortung von Bischöfen und anderen in den Bistumsleitungen nicht so wahrgenommen“, wie es hätte sein sollen.

Spätestens ab 2002, als es erste Leitlinien gab, hätte diese Verantwortung jedem klar sein müssen. Klerikalismus, das „Männerbündische“ und der Schutz der Institution lebten jedoch bis heute, beklagte der Bischof.

Mindestlohn und Wahlalter

Das ZdK schloss sich zwei Forderungen an. Gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung verlangt es einen Mindestlohn von 13,69 Euro pro Arbeitsstunde. Gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend tritt es dafür ein, das Wahlalter auf allen Ebenen auf 16 Jahre zu senken.

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