Generalsekretär Vesper nennt als Beispiel Kommunionstreit

ZdK: Bischofskonferenz soll einheitliche Entscheidungen treffen

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Stefan Vesper, sieht Klärungsbedarf in der Bedeutung von Bischofskonferenzen. „Unserer Meinung nach sollte die Deutsche Bischofskonferenz stärker Entscheidungen treffen dürfen und auch treffen wollen, wenn es um hiesige pastorale Fragen geht“, sagte Vesper im Interview des Bonner „General-Anzeigers“. Er nannte die Debatte um die Teilnahme nichtkatholischer Ehepartner an der Kommunion als ein Beispiel, „dass in Deutschland bestimmte Dinge einheitlich geregelt werden könnten“.

Die deutschen katholischen Bischöfe hatten in einem im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedeten Papier betont, nichtkatholische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen. Nach intensivem Ringen, auch mit Rom, verständigten sie sich darauf, den Text als Orientierungshilfe und nicht als verbindliches Dokument zu veröffentlichen. Damit entscheidet jeder einzelne Bischof selbst über den konkreten Umgang mit dem Thema in seiner Diözese.

ZdK besteht seit 150 Jahren

Vesper erinnerte zugleich anlässlich des 150-jährigen ZdK-Bestehens an den Dialogprozess der letzten Jahre mit der Bischofskonferenz. „Da hat sich eine wichtige Gesprächskultur zwischen Amtsträgern und Laien entwickelt, und ich freue mich, dass sie weiter trägt.“

In der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche stehe das ZdK „ganz an der Seite“ der Bischofskonferenz. „Es gilt, die Dinge so aufzuklären und Regelungen einzuziehen, dass das nie wieder passieren kann“, so Vesper. „Aber wir sind in Deutschland sehr weit, weiter als andere Länder, und als katholische Kirche auch weiter als manch andere gesellschaftliche Gruppe in Deutschland, was die Aufarbeitung betrifft.“