Katholische Akademie Stapelfeld diskutiert über Reformprozess der katholischen Kirche

ZdK-Vize Claudia Lücking-Michel verteidigt Synodalen Weg

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, hat die deutschen Katholiken dazu aufgerufen, ihre Forderungen an den Synodalen Weg deutlich zu vertreten. „Warten Sie nicht, machen Sie Stimmung“, sagte die Theologin am Montagabend in der Katholischen Akademie Stapelfeld bei Cloppenburg.

Sie leitet gemeinsam mit dem Speyrer Bischof Karl-Heinz Wiesemann das Forum „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“, eines von vier thematischen Foren des Synodalen Weges.

Lücking-Michel: Im eigenen Haus aufräumen!

Lücking-Michel verteidigte den Reformprozess gegen Kritik. Die sei „keine Schnapsidee des ZdK oder der Spalter“ gewesen, sondern eine logische Folge der „tiefen Krise“ der katholischen Kirche in der Folge des in den letzten Jahren bekanntgewordenen Ausmaßes sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch katholische Geistliche.

Auch wies sie die Kritik zurück, der Synodale Weg konzentriere sich zu sehr auf Strukturfragen. Im Mittelpunkt des Synodalen Weges stehe vielmehr die Frage, „wie wir die befreiende Kraft des Evangeliums, der Liturgie und der Diakonie leben können“. Dazu sei es wichtig, „im eigenen Haus aufzuräumen.“ In der Frage, ob Frauen Zugang zu allen Weiheämtern gewährt werde, gehe es „um Gerechtigkeit, aber auch um eine Zukunftsfrage der Kirche“.

Wonka: Nicht alles sprachlich glatt bügeln!

Im zweiten Teil des Abends diskutierte Lücking-Michel mit Markus Wonka. Er leitet die Abteilung Seelsorge im Bischöflich-Münsterschen Offizialat in Vechta und wirkt beim Synodalen Weg im Forum „Sexualmoral“ mit. Bevor Wonka nach Vechta kam, leitete er lange Zeit die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster. Er zeigte sich zufrieden damit, dass es bei ersten Zusammenkünften des Forums gelungen sei, offen über Sexualität und Sexualmoral zu sprechen, auch „unter Beteiligung jener Bischöfe, die die klassische Lehrmeinung vertreten“.

Wonka äußerte die Hoffnung, dass es Laien und Bischöfen gelinge, „richtig zu streiten“ und nicht mehr „alles sprachlich glatt zu bügeln“, wie es bei vorherigen innerkirchlichen Debatten der Fall gewesen sei. Auf diese Weise könne der Synodale Weg eine „Selbstvergewisserung“ darüber werden, „was uns zum Salz der Erde macht“. Wonka räumte ein, dass in vielen der aufgeworfenen Fragen nicht von der deutschen Kirche allein entschieden werden könne. Wo das jedoch möglich sei, sollten deutsche Bischöfe vorangehen.