Vorschlag von Claudia Lücking-Michel bei Vollversammlung des Laienkomitees

ZdK-Vize: Entschädigungs-Zahlungen durch Bischofs-Abgaben

Der geplante Dialog zur Zukunft der Kirche in Deutschland hat den ersten Tag der ZdK-Herbstvollversammlung bestimmt. Am Freitagnachmittag diskutierten die Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) intensiv über die Annahme der Satzung zum Synodalen Weg. Dieser Schritt ist erforderlich, damit die von den deutschen Bischöfen mit dem ZdK geplante Initiative am 1. Dezember starten kann.

Zu Beginn des bis Samstag dauernden Treffens wandte sich ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann gegen Kritik, der Synodale Weg verzettele sich in Strukturdebatten, anstatt die Botschaft Jesu in den Mittelpunkt zu stellen. „Lassen wir uns nicht einen vermeintlich unvereinbaren Gegensatz von strukturellen Reformen und geistlicher Vertiefung einreden.“

„Synodaler Weg entwickelt sich beim Gehen“

Zugleich warb sie um Nachsicht, dass voraussichtlich nicht alle als wichtig erachteten Aspekte in dem Reformdialog behandelt werden könnten. „Der Synodale Weg ist für alle Beteiligten Neuland und er entwickelt sich tatsächlich erst beim Gehen.“

Gesprächsbedarf sieht das höchste repräsentative Gremium der katholischen Laien in Deutschland auch in der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche. Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel sprach sich für eine freiwillige Abgabe aller amtierenden und emeritierten Bischöfe und Weihbischöfe aus, mit denen Entschädigungen ausgezahlt werden könnten.

Papier zur Segnung homosexueller Paare

Damit seien längst nicht alle Forderungen gedeckt, räumte sie ein. Aber ein solcher symbolischer Schritt könnte zeigen, „dass diejenigen, die die Verantwortung tragen, auch bereit sind, sich dafür zur Rechenschaft ziehen zu lassen und Konsequenzen zu tragen“. Entschädigungszahlungen ausschließlich aus Kirchensteuermitteln zu leisten, nannte sie einen falschen Weg.

Am Abend wird der langjährige ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper verabschiedet. Am Samstag will das Katholikenkomitee unter anderem über ein Papier zur Segnung schwuler und lesbischer Paare beraten.