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Lücking-Michel: Probleme nicht aussitzen oder autoritär entscheiden

ZdK-Vizepräsidentin: Synodaler Weg des Papstes stärkt deutschen Weg

  • Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, sieht in dem von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg für die Weltkirche eine Stärkung des deutschen Reformprozesses Synodaler Weg.
  • Dennoch komme Deutschland keine Vorreiterrolle zu.
  • Gleichwohl zeige sich, dass autoritäre Entscheidungen nicht länger akzeptiert würden.
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Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, sieht in dem von Papst Franziskus ausgerufenen synodalen Weg für die Weltkirche eine Stärkung des deutschen Reformprozesses Synodaler Weg. "Wahrscheinlich gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen über Inhalt und Ablauf, aber dass nun auch die Weltkirche einen solchen Weg einschlagen soll, zeigt ja, dass etwas in Bewegung gekommen ist", sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Schon dass der Papst den Begriff des synodalen Wegs übernehme, unterstreiche dies.

Lücking-Michel betonte, sie sehe Deutschland nicht als Vorreiter für den weltweiten synodalen Weg: "Diese Rolle wäre nicht angemessen und würde uns auch nicht gut bekommen".

„Weltkirche-Themen wirklich nach Rom tragen“

Es gebe in mehreren Ländern eine Vielfalt synodaler Prozesse – die deutschen Katholiken sollten ihren eigenen Dialog voranbringen: "Wir sollten natürlich schauen, wie wir dies mit den römischen Plänen verzahnen."

Wichtig sei, dass die Bischöfe sich selbst an die Synodal-Beschlüsse bänden. "Und, dass die Themen, die die Weltkirche betreffen, auch wirklich in Rom eingebracht werden."

Die Pläne des Papstes

Franziskus hatte im Mai einen weltweiten synodalen Weg angekündigt. Zwei Jahre lang soll damit die nächste Vollversammlung der Bischofssynode in Rom vorbereitet werden. In Deutschland hatten die katholischen Bischöfe und das ZdK Ende 2019 einen Synodalen Weg begonnen.

Die ZdK-Vizepräsidentin warnte Kirchen-Verantwortliche davor, Probleme auszusitzen, auf die lange Bank zu schieben oder autoritär zu entscheiden. Die aktuelle Welle von zivilem Ungehorsam in der katholischen Kirche zeige, dass sich viele Katholiken – bis hin zu Priestern und Bischöfen – nicht mehr einfach etwas vorschreiben ließen.

„Autoritäre Ansagen bedeuten Autoritätsverlust“

"Autoritäre Ansagen gehen dann nach hinten los – und bedeuten letztlich einen Autoritätsverlust für Rom. Umso wichtiger ist es, die Gläubigen mitzunehmen."

Zuletzt hatte das Nein des Vatikans zur Segnung homosexueller Paare breiten Protest bei deutschen Katholiken ausgelöst. Auch römische Vorgaben zu Gemeindeleitung und zum Eucharistie-Empfang von evangelischen Christen hatten Widerspruch ausgelöst.

Ohne eine dauerhafte institutionelle Beteiligung von Laien werde es in der Kirche nicht mehr gehen: "Laien müssen auf allen Ebenen mitberaten und mitentscheiden können – von den Kirchenfinanzen bis zur Seelsorge."

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