Fachtagung zur Flüchtlingsarbeit in Münster

Zekorn: Stärker auf Menschen zugehen, die Flüchtlinge ablehnen

Weihbischof Stefan Zekorn kündigt an, noch mehr auf Menschen zugehen zu wollen, die Flüchtlinge ablehnen. Im Vorfeld der 3. Münsteraner Tage zur Flüchtlingsarbeit betonte Zekorn zugleich, er werde Fremdenfeindlichkeit und populistischen Ansichten entgegentreten: „Wir dürfen uns nicht in einzelne Ecken der Gesellschaft zurückziehen, sondern müssen miteinander diskutieren und Erfahrungen teilen.“

Der Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche im Bistum Münster sagte am Dienstag laut Bischöflicher Pressestelle, zu einem humanitären Umgang mit Flüchtlingen gebe es keine Alternative. Von afrikanischen Flüchtenden habe er gehört, dass sie die Flucht nach Europa aufgrund von Krieg und Hunger in der Heimat als einzige Überlebenschance sähen: „Solange Menschen so denken und keine Perspektive haben, werden sie kommen.“

Kritik an Hafen-Schließungen

Zekorn kritisierte die derzeitige Praxis mancher europäischer Mittelmeerländer, ihre Häfen für Flüchtlinge zu verschließen. Solche Maßnahmen seien „aus menschlicher Sicht nicht akzeptabel“.

Deutschland habe bereits 2015 und 2016 viele Flüchtlinge aufgenommen. Andere Länder hätten noch Potenzial. Allerdings sei ein Zustandekommen einer europäischen Lösung derzeit wohl nicht realistisch.

Tagung ab Mittwoch in Münster

Zekorn appellierte an die europäischen Staaten, noch deutlicher die Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen. Neben einer Unterstützung von Bildung und Wirtschaft müssten sie mit den dortigen Regierungen über Korruption, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit ins Gespräch kommen. Auch brauche es „kreative Lösungen“ etwa für einen Wiederaufbau in Syrien.

Die 3. Münsteraner Tage zur Flüchtlingsarbeit finden von Mittwoch bis Samstag statt. An der Fachtagung der Caritas nehmen Asylverfahrensberater, Flüchtlingssozialberater und andere Experten teil, die in der Arbeit für Schutzsuchende tätig sind. Themen sind etwa Aufenthaltsrecht, Abschiebung, Familiennachzug von Flüchtlingen sowie Integration in den Arbeitsmarkt.