Weltflüchtlingstag am 20. Juni

Zekorn und Heße mahnen zu Solidarität mit Flüchtlingen

Zur Solidarität mit Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, rufen zum Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen am 20. Juni Münsters Weihbischof Stefan Zekorn und der deutsche katholische Flüchtlingsbischof Stefan Heße auf.

„Bei allen politischen Auseinandersetzungen müssen die Nöte der Geflüchteten im Blick sein und ihre Menschenwürde gewahrt werden“, fordert Zekorn nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle Münster. Stattdessen irre ein überfülltes Schiff voller Flüchtlinge im Mittelmeer umher und „ganze Volksgruppen werden pauschal für Verbrechen einzelner Krimineller vorverurteilt“, beklagt der Weihbischof.

Erinnerung an Worte Jesu

Das reiche Europa verfüge über „ausreichend Ressourcen“, um sich neben den Hilfsbedürftigen in den eigenen Ländern auch Menschen zuzuwenden, die aus Not und unter Lebensgefahr auf den Kontinent fliehen, betont Zekorn, der im Bistum Münster Beauftragter für Weltkirche ist. Der Umgang mit Flüchtlingen sei „eine Frage der Verteilung und des Willens für ganz Europa“.

Der Weihbischof erinnert an das Jesus-Wort „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen“ (Matthäus 25,35). Christen seien aufgerufen, in jedem Flüchtling Jesus zu erkennen. Zekorn äußerte sich dankbar für alle, die sich für Geflüchtete und mit ihnen engagieren.

Heße: „Empathie fehlt“

Der katholische Flüchtlingsbischof Stefan Heße vermisst in aktuellen Debatten „zunehmend die Empathie mit den Flüchtlingen“. Es scheine „fast nur noch darum zu gehen, wie wir diese Menschen fernhalten oder loswerden können“, sagte der Hamburger Erzbischof der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Politischer Streit sei nicht verwerflich, so Heße, solange dabei um gute Lösungen gerungen werde: „Wie können Flüchtlinge geschützt werden? Wie kann Integration gelingen, wie lässt sich der gesellschaftliche Zusammenhalt sichern? Und nicht zuletzt: Wie finden wir zu einer solidarischen Flüchtlingspolitik in der Europäischen Union?“

Kein Verständnis für Schüren von Ängsten

Ohne gemeinsame europäische Lösungen drohe ein „Unterbietungswettbewerb, bei dem es jedem nur darum geht, sich so viele Geflüchtete wie möglich vom Leib zu halten“. Vorboten einer solchen Entwicklung seien bereits sichtbar: „Ich denke etwa an die deutsche Debatte über die Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze. Oder auch an die prekäre Situation im Mittelmeer: Seenotrettungsinitiativen, die schutzsuchende Menschen vor dem Tod bewahren, werden zunehmend drangsaliert.“

Zugleich müssten auch Sorgen der Bevölkerung Widerhall finden: „Wie steht es um Wohnungen und Jobs? Wie lassen sich Ghettos verhindern? Wie stellen wir eine gute Schulbildung für alle sicher?“

Heße betonte, er habe kein Verständnis für jene, „die Ängste schüren und ausbeuten. Mir scheint: Manche Debatten in unserem Land werden hochgradig unseriös geführt.“ Besonders bedenklich sei es, „wenn Verbrechen einzelner pauschal einer ganzen Gruppe, also den Flüchtlingen, angelastet werden“.