Er war Spezialist für Mystik und Kontemplation

Zen-Meister und Benediktiner Willigis Jäger gestorben

Willigis Jäger, Zen-Meister und Missionsbenediktiner, ist tot. Der Ordensmann starb am 20. März kurz nach seinem 95. Geburtstag, wie das Leitungsteam des Tagungszentrums „Benediktushof“ in Holzkirchen im Landkreis Würzburg via Facebook mitteilte. Der Pater hatte das Zentrum 2004 eröffnet und dort in seinen letzten Lebensjahren gelebt. Er galt als Spezialist für Mystik und Kontemplation.

Jäger wird auf eigenen Wunsch in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach beigesetzt, in die er 1946 eingetreten war. Wegen umstrittener theologischer Äußerungen war der Unterfranke vor mehr als 15 Jahren vom Vatikan und auch von seinem Kloster zeitweise gemaßregelt worden.

„Bedeutendster spiritueller Lehrer unserer Zeit“

Jäger kam Ende der 60er Jahre mit der Zen-Meditation in Berührung und ließ sich darin zwölf Jahre in Japan ausbilden. Den „Benediktushof“ verstand er als überkonfessionelles „Zentrum für spirituelle Wege“ und Begegnungsstätte für alle Suchenden. Der Herder-Verlag, in dem mehrere seiner Bücher erschienen, warb für ihn als „einen der bedeutendsten spirituellen Lehrer unserer Zeit“.

Der Pater verband intensive Körperarbeit mit dem Gebet und versuchte seine Schüler auf diesem Weg zu Wesens- und Gotteserfahrung zu führen. Das Bistum Würzburg und sein Orden standen der Einrichtung distanziert gegenüber.

Beim BDKJ und bei missio in München

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg wurde der Hösbacher 1952 zum Priester geweiht. Bis 1960 unterrichtete er am Gymnasium seines Ordens in Münsterschwarzach.

Danach wirkte er als Referent in der Zentrale des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Düsseldorf und beim kirchlichen Hilfswerk missio in München.