ORDEN

Todesstrafe für Häretiker? Heiligenkreuzer Hochschule kontert Waldstein

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Die Äußerungen des Zisterziensers zur Todesstrafe hatten für Aufregung gesorgt. Wie der Hochschul-Rektor Wolfgang Klausnitzer reagiert.

Der derzeit beurlaubte Heiligenkreuzer Zisterzienser Edmund Waldstein wird vorerst nicht in die Lehre an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. zurückkehren. „Unter diesen Umständen wird P. Edmund während meiner Amtszeit […] keine Lehrveranstaltungen an der Hochschule mehr halten“, sagte Rektor Wolfgang Klausnitzer auf Anfrage von Kirche+Leben. Waldstein unterrichtete an der zum Stift Heiligenkreuz gehörenden Hochschule in Niederösterreich zuletzt Moraltheologie.

Hintergrund sind Vorwürfe, die die Linzer Theologin Sigirid Rettenbacher erstmals 2025 im Online-Feuilleton „Feinschwarz“ erhoben hatte. Waldstein habe in einem Beitrag für seinen Blog „Sancrucensis“ die Todesstrafe für Häretiker gefordert. In der darauffolgenden Debatte sagte Klausnitzer im Gespräch mit der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“, Waldstein müsse eine wissenschaftliche Darlegung einreichen, die „das historische Problem der Tötung von Häretikern ausführlich und auf Basis des letzten Lehramtes der Päpste behandelt“. Wenn sie vorliege, „werden wir sehen, wie es weitergeht“.

Klausnitzer kritisiert Waldstein

Der von Waldstein eingereichte Artikel sei allerdings „keine retractatio seiner unsäglichen Aussagen über die Tötung von Häretikern“, sondern ein Versuch einer theologiegeschichtlichen Rechtfertigung der Position gewesen, sagte Klausnitzer gegenüber Kirche+Leben. „Die von ihm dabei verwendete Theologische Prinzipienlehre würde ich keinem Erstsemesterstudenten durchgehen lassen.“

Als Rektor könne er Waldstein den Dozententitel jedoch nicht aberkennen. Dafür sei ein Beschluss des Senats der Hochschule Heiligenkreuz erforderlich, der erst im anstehenden Wintersemester wieder zusammentrete. Das Stift Heiligenkreuz habe Waldstein für die kommende Zeit zum philosophischen Promotionsstudium in Rom freigestellt.

Waldstein unter Extremismus-Verdacht

Edmund Waldstein trat 2006 in die Zisterzienserabtei Heiligenkreuz ein. 2019 wurde er an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien mit einer Arbeit über den US-amerikanischen Schriftsteller David Foster Wallace in theologischer Ethik promoviert. Im Zuge der Todesstrafen-Debatte legte die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Innsbruck Waldstein den Verzicht auf sein Habilitationsgesuch nahe.

Der Zisterzienserpater gilt vielen Beobachtern als zentrale Figur bei der Entstehung des katholischen Neo-Integralismus. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) nahm Waldstein zuletzt deshalb sogar in seinen zweiten Rechtsextremismusbericht auf. Es wird gemeinsam von der Republik Österreich, der Stadt Wien und dem Verein DÖW getragen.

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