„WahreWelle.tv" – Satirische Videoclips gegen Verschwörungstheorien

Zum Auslachen: Chemtrails, Echsenmenschen und Reichsbürger

Man kann darüber geteilter Meinung sein: ob die satirischen Videoclips der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB) über Verschwörungstheorien von allen verstanden werden und was sie am Ende bewirken. Clips im Stil bekannter Fernsehsendungen, die hier „Frontal 23“ heißen oder „Such den Sündenbock!“ – und dann so übertrieben und überspitzt Verschwörungstheorien verbreiten, dass eigentlich jedem sofort klar werden müsste: Damit sollen eben diese Verschwörungstheorien entlarvt und an den Pranger gestellt werden.

Zum Beispiel mit der Szene im Stil eines Homeshopping-Senders, der Schutzkappen gegen so genannte Chemtrails oder Spezialbrillen zum Erkennen so genannter Echsenmenschen anpreist, verbunden mit dem Werbespruch „Ist Dein Ex eine Echs?“. Komisch und unterhaltend, sicher.

Hoffentlich versteht die Zielgruppe die Botschaft

Die Frage lautet aber: Wird das auch jedem in Zielgruppe bewusst, die die Bundeszentrale mit ihrem neuesten Online-Projekt „wahrewelle.tv“ anpeilt? Ist die Medienkompetenz der so genannten User groß genug, dass sie das aus den wirklich unterhaltenden gemachten Filmchen mitnehmen, was die Macher sich davon versprechen?

Sechs Clips hat die Bundeszentrale jetzt ins Netz gestellt. Jeder geht auf eine der bekanntesten Verschwörungstheorien ein. Sind Kondensstreifen am Himmel so genannte Chemtrails, mit denen wir alle vergiftet oder gesteuert werden sollen? War die Mondlandung nur ein Trickfilm? Haben die Amerikaner, den 11. September selbst inszeniert? Und schließlich: Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe?

Der Ansatz des Projekts ist richtig

Die satirischen Filme finden sich unter www.wahrewelle.tv. Die aufklärenden Filme der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.bpb.de/wahrewelle.

Solche und andere Theorien haben derzeit Konjunktur – und daher ist es richtig, dass die Bundeszentrale ihrem Bildungsauftrag nachkommt und sich dem entgegenstellt. Und das Medium Internet ist sicher auch der richtige Ort, um sich bei jungen Leuten mit einem niederschwelligen Angebot ins Gespräch zu bringen.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei ihnen am Ende mehr hängen bleibt als nur ein kurzer Moment der Heiterkeit wie bei den zahllosen Filmchen und Clips, die tagtäglich über WhatsApp und Co. das Netz fluten. Und dass manche von ihnen vielleicht sogar anschließend weiterklicken auf die Website der Bundeszentrale und sich dort noch genauer über die Hintergründe der Verschwörungstheorien informieren.