St. Martinus ist mit Herzblut dabei

Moerser Pfarrei wirbt für die Menschenwürde - mit kleinen Holztafeln

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Die Welle der Demos gegen die AfD ist etwas abgeebbt, aber das Bedürfnis vieler Menschen, Zeichen für Menschenwürde zu setzen, ist weiter groß. In der Moerser Pfarrei St. Martinus setzt man dieses Zeichen – auf kleinen Holztafeln.

„Vor mir ist keiner sicher“, sagt Pastoralreferentin Kathrin Stürznickel. Unermüdlich wirbt die Frau aus der Moerser Pfarrei St. Martinus für eine Aktion, die ihr ein Herzensanliegen ist. Die Rede ist von kleinen Holztafeln, auch der Moerser Bürgermeister Christoph Fleischauer hat schon eine. „Ich finde die Idee klasse! Man stellt sich die Tafeln hin und schon kommt man ins Gespräch über dieses wichtige Thema“, lässt sich der Bürgermeister der Stadt am Niederrhein zitieren.

Worum geht es? Auf den angesprochenen kleinen Holztafeln sind die Worte „Würde“, „unantastbar“ und eine stilisierte Krone eingebrannt. „Die Idee stammt von dem Künstler Ralf Knoblauch, der Königinnen und Könige aus Fachwerkholz gestaltet. Sie sollen für die Würde jedes Menschen stehen“, erläutert Pastoralreferentin Kathrin Stürznickel. Und aus den restlichen Holzstücken hat der Bonner Künstler die Würdetafeln gestaltet, die auch in Moers zum Gespräch einladen sollen. Seine Kunst präsentiert der Künstler ganz bewusst an „unkirchlichen“ Orten, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

„Die Kirche muss sich positionieren“

Ja, es sei eine durchaus politische Aussage in einem Jahr mit vielen Wahlen und im Umfeld eines erstarkenden Extremismus, sagt die Pastoralreferentin. Sie erinnert an das durch investigative Recherche aufgedeckte „Remigrations-Treffen“ von Rechtsextremen. So habe das Thema auf der Tafel ganz viel mit dem christlichen Glauben grundsätzlich zu tun, aber es gebe eben auch den aktuellen politischen Bezug. „Die Kirche hat die Aufgabe, sich hier zu positionieren.“  Das Projekt der Würdetafeln findet im Rahmen des „königlichen Jahrs“ in St. Martinus statt – und im Jahr, in dem das Grundgesetz das 75-Jährige feiert.

Jetzt sind die Menschen auch in Moers aufgerufen, selbst Würdetafeln zu brennen. Und das Bedürfnis, sich nicht nur mit Worten zu äußern, sondern ein bleibendes Zeichen selbst herzustellen, ist offenbar groß. In St. Martinus wurden schon mehr als 300 Tafeln gebrannt und verteilt. „Wir brennen heute wieder“, berichtet Kathrin Stürznickel am Montag motiviert. Dann wird die Zahl schon bei mehr als 400 liegen.

Tafeln werden kostenlos abgegeben

Wer diese Idee gut findet und selbst mitmachen will, wendet sich an Kathrin Stürznickel: stuerznickel-k(at)bistum-muenster.de oder 0 28 41 / 7 30 45. Die Brennstempel für die Würdetafel sind vorhanden. Abgegeben werden die Tafeln kostenlos, um sie in der Firma, in der Einrichtung oder zu Hause aufzustellen.

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