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Pfarrei liegt im Kreis Cloppenburg - einem Hotspot der Pandemie

Coronagerechter Weihwasserspender mit Pedal in Emstek

  • Die St.-Margaretha-Gemeinde in Emstek (Kreis Cloppenburg) hat drei pandemiegerechte Weihwasserspender in ihren Kirchen aufgestellt
  • In St. Franziskus Marl wurden nach den Sommerferien ebenfalls solche Geräte installiert
  • Die Herstellerfirma aus Bayern hat nach eigenen Angaben bereits mehrere hundert Apparate verkauft
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Am vergangenen Sonntag haben die Kirchenbesucher der Pfarrei St. Margaretha im oldenburgischen Emstek (Kreis Cloppenburg) diese neue Möglichkeit zum ersten Mal ausprobiert: Durch Druck auf ein Pedal können sie sich Weihwasser aus einer kleinen Öffnung pumpen und sich vor dem Bekreuzigen über ihre Hände tropfen lassen. Kontaktlos und für Gottesdienstbesucher hygienisch unbedenklich.

Die Sache mit der Hygiene ist nicht unwichtig in einer Pfarrei, die in einem Hotspot der Corona-Epidemie liegt. Der Kreis Cloppenburg gehört seit Wochen deutschlandweit zu denen mit der höchsten Zahl an Neuansteckungen. Die Pfarrei hat daher bereits einiges getan, damit Gottesdienstbesucher vor dem Kirchgang keine Angst haben müssen.

Die Gemeinde ist sehr vorsichtig

Jede zweite Sitzbank ist gesperrt, an den Eingängen hängen Spender mit Desinfektionsmittel, statt einer Kollekte stehen Körbchen an den Ausgängen, die Gesangbücher werden nach jedem Gottesdienst desinfiziert. Außerdem gehen die Kommunionhelfer seit einiger Zeit zu den Menschen in den Bänken. „So sind nur zwei Menschen in der Kirche unterwegs“, erklärt der leitende Pfarrer, Domkapitular Ludger Jonas, „dann gibt es auch weniger Verwirbelungen der Aerosole“.

Auch die Weihwasserbecken an den Eingängen stehen seit dem Frühjahr leer. Dennoch müssen Kirchenbesucher dank der neu angeschafften Weihwasserspender künftig nicht mehr auf ein Kreuzzeichen mit Weihwasser verzichten.

Symbole sind wichtig

Domkapitular Ludger Jonas
Domkapitular Ludger Jonas ist Pfarrer in St. Margaretha Emstek | Foto: BPV

Ludger Jonas erklärt, warum das so wichtig ist: „Wir brauchen für unseren Glauben Symbole. Wir brauchen sie als Zeichen für das, was wir glauben, was im Kopf, im Verstand, im Herzen und in der Seele ist. Damit das begreifbar wird. Und da ist auch das Weihwasser als Erinnerung an die Taufe ganz wichtig.“

Auf die Idee mit dem berührungslosen Weihwasserspender war der Emsteker Pfarrer bei einem Besuch in Marl gekommen. In der St.-Franziskus-Pfarrei gibt es die Apparate mit der Fußpumpe schon ein paar Wochen länger, erklärte dazu Pfarrer Ulrich Müller auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Die Marler waren bei der Recherche im Internet auf das Angebot der Firma Foottec aus Bayern aufmerksam geworden, sie produziert unter anderem Saucenspender für die Gastronomie.

Bereits mehrere hundert Geräte verkauft

Weihwasser fließt berührungslos.
So fließt das Weihwasser berührungslos auf die Hand. | Foto: Foottec

Das Unternehmen hatte die Technik während der Corona-Pandemie entwickelt. Die Herstellerfirma habe auch ein Patent auf die Technik angemeldet, hieß es dazu auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Mehrere hundert davon seien mittlerweile ausgeliefert, außer nach Deutschland auch ins europäische Ausland.

Für jede ihrer drei Kirchen haben die Emsteker einen Spender angeschafft. Der Nettopreis lag pro Stück bei rund 600 Euro, teilte die Pfarrei dazu mit. Gut drei Wochen dauerte es von der Bestellung bis zur Lieferung. Ludger Jonas kennt auch Gemeinden, die einfach neben den Plastik-Spendern mit Desinfektionsspray einen weiteren mit Weihwasser aufgehängt haben. „Das erschien uns aber nicht angemessen.“ Die im Oktober angeschafften Weihwasserspender aus Edelstahl dagegen sähen würdig genug aus, dass die Gemeinde bereit war, dafür Geld auszugeben.

Außer für Weihwasser auch als Opferstock nutzbar

Außer als Weihwasserspender könnte man die Edelstahlsäulen zusätzlich auch als Opferstock nutzen. Dazu müsste die Pfarrei lediglich eine Metallplatte abschrauben, die den Einwurf-Schlitz dafür verdeckt. „Aber das brauchen wir nicht“, erklärte dazu Ludger Jonas.

Und nach der Pandemie? Werden sie dann etwa auf dem Dachboden eingelagert? Ludger Jonas: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir nach unserer Erfahrung mit dieser Pandemie auch künftig während der Erkältungszeit oder einer Grippewelle im Winter wieder aufstellen.“

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