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Laut Protokoll habe Beschuldigter gegenüber Becker "keine Taten an Unter-14-Jährigen" eingeräumt

Erzbistum Paderborn: Becker wusste nichts von Kindesmissbrauch

  • Das Erzbistum Paderborn weist einen Medienbericht zurück, wonach Erzbischof Hans-Josef Becker 1999 als Personaldezernent vom Kindesmissbrauch eines Geistlichen erfahren und die strafbare Handlung nicht angezeigt habe.
  • Aus der Niederschrift der Unterredung ergebe sich, "dass keine Taten an Unter-14-Jährigen durch den Beschuldigten eingeräumt wurden".
  • "Die Welt" bezieht sich dagegen auf Prozessakten des Landgerichts Dortmund zum Fall.
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Das Erzbistum Paderborn weist einen Medienbericht zurück, wonach Erzbischof Hans-Josef Becker 1999 als Personaldezernent im Generalvikariat vom Kindesmissbrauch eines Geistlichen erfahren und die strafbare Handlung nicht angezeigt habe. Aus der Niederschrift der Unterredung ergebe sich "ausdrücklich, dass keine Taten an Unter-14-Jährigen durch den Beschuldigten eingeräumt wurden", sagt ein Sprecher gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Die Tageszeitung "Die Welt" bezieht sich auf Prozessakten des 2002 wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Vikars. Das Landgericht Dortmund halte in der Urteilsbegründung unter Berufung auf die Gesprächsniederschrift fest, der Priester habe am 13. September 1999 gegenüber Becker den Missbrauch eines Minderjährigen unter 14 Jahren eingeräumt.

"Fall wird auch in kommender Missbrauchsstudie behandelt"

Dazu erklärt die Erzdiözese, zu Formulierungen in später erstellten staatlichen Vernehmungsprotokollen und Urteilsbegründungen könne sie keine Wertung abgeben. Das Erzbistum habe das Verfahren nach den damals geltenden Regelungen geführt und den Beschuldigten umgehend aus dem Dienst genommen. Als die Diözese Kenntnis vom Kindesmissbrauch erhalten habe, sei das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren schon angelaufen. Dieses habe damals wie heute Vorrang vor dem kirchlichen Verfahren.

Das Erzbistum betont, der "sehr umfängliche und komplexe Vorgang" werde in einer unabhängigen Studie der Universität Paderborn behandelt. Diese wird laut Studienleiterin Nicole Priesching in rund eineinhalb Jahren vorliegen. Die Kirchenhistorikerin untersucht mit einer Mitarbeiterin sexuellen Missbrauch im Erzbistum Paderborn zwischen 1941 und 2002. Dabei geht es auch um die Frage, wie hohe Kirchenvertreter mit Verdachtsfällen umgingen.

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