Fabian Post begleitet die Jugendlichen

Jugendcafé in Ochtrup bietet Mädchen und Jungen Freiraum

Er ist der Neue im „Freiraum“. Vor einigen Wochen trat Fabian Post seinen Job in dem Jugendcafé der Pfarrei Sankt Lambertus in Ochtrup an. „Jetzt sind wir wieder komplett“, freut sich der Sozialpädagoge und Leiter der Einrichtung, Jörg Eßlage, über seinen neuen Mitarbeiter und Stellvertreter.

Dass die offene Jugendarbeit sein Ding ist, erkannte Fabian Post während seiner Zivildienstzeit in einer Jugendeinrichtung in seinem Wohnort Nordwalde.  Ein anschließendes Freiwilliges Soziales Jahr im OT-Heim St. Nikomedes in Steinfurt-Borghorst bestärkte ihn darin, dieses Ziel weiter zu verfolgen. OT heißt offene Tür. Hier ist also jeder willkommen, ohne Rücksicht auf Religion, Nation, Sprache oder Hautfarbe.

Studium der Sozialen Arbeit

Fabian Post entschied sich für das Studium Soziale Arbeit an der Saxion-Fachhochschule in Enschede.  Einen Tag in der Woche Hochschule, vier Tage praktische Arbeit an seiner Wirkungsstätte in St. Nikomedes und in der Freizeit für die Klausuren pauken, das bestimmte von 2012 bis 2017 seinen Alltag. „Ich habe bewusst dieses duale Studium gewählt. Da konnte ich praktische Erfahrungen sammeln. Das war mir wichtig“, sagt der frisch gebackene Sozialpädagoge.

Fabian Post strahlt, als er von seiner Arbeit erzählt. Nicht für die Jugendlichen, sondern mit ihnen zu arbeiten, darin sieht er seine wesentliche Aufgabe. Er versteht sich als Dialogpartner seiner Schützlinge. „Um eine Beziehung zu den Jugendlichen aufzubauen, muss ich natürlich zunächst eine Vertrauensbasis schaffen. Und das geht nur, wenn ich den jungen Leuten auf Augenhöhe begegne. Sie sind praktisch meine Auftraggeber“, schildert er die Jugendarbeit aus seiner Perspektive.

Jugendliche sind die Auftraggeber

Das Café Freiraum, sagt er, sei eine Einrichtung für Jugendliche im Alter zwischen elf und 21 Jahre. „Es wird sehr gut angenommen. Etwa 60 junge Leute kommen täglich hierher“, freut er sich über die tolle Resonanz. Die Pfarrei sei zwar der Träger, aber das Café Freiraum sei auch ein offenes Haus für andere Konfessionen und Kulturen.

„Diese Vielfalt macht unsere Arbeit total spannend. Da kann man aus verschiedenen Blickwinkeln auf gemeinsamer Ebene mit den Jugendlichen etwas entwickeln“, sagt der 27-Jährige. Respekt gehöre dazu. Auch vor anderen Religionen. Die Diskussionen mit jungen Menschen aus verschiedenen Kulturen würden dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut und Stereotypen hinterfragt würden, nennt Post einen weiteren positiven Aspekt seines Wirkens.

Probleme mit der Schule

Gewiss können die Jugendlichen auch mit ihren persönlichen Anliegen zu ihm kommen. Zum Beispiel wenn sie Probleme in der Schule haben oder sich von ihren Eltern nicht verstanden fühlen. „Mit uns können sie unbefangen über alles reden. Wir haben stets ein offenes Ohr für die Sorgen der Jugendlichen und bieten ihnen einen sicheren Rahmen“, bemerkt Fabian Post.

Und noch etwas sieht der Sozialpädagoge als Säule der modernen offenen Jugendarbeit: die Netzwerkarbeit. In diesem Sinn arbeitet das Freiraum auch mit den örtlichen Schulen, Messdienergruppen, der Katholischen Jungen Gemeinde, den Sportvereinen und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Seelsorge­bezirk St. Dionysius in Welbergen zusammen. „Die offene Jugendarbeit ist ein breit gefächertes Feld im Bereich der sozialpädagogischen Arbeit“, sagt Post.