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Katholisch sozialisiert, wegen Missbrauchsskandal ausgetreten

Karl Lauterbach ist neuer Gesundheitsminister

Karl Lauterbach (SPD) wird neuer Bundesgesundheitsminister unter dem neuen Kanzler Olaf Scholz.
Karl Lauterbach ist Arzt, Gesundheitsökonom und wurde katholisch sozialisiert.
Aus der katholischen Kirche im Erzbistum Köln ist Karl Lauterbach aufgrund des Missbrauchsskandals ausgetreten.

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Karl Lauterbach (58), SPD-Bundestagsabgeordneter und Mediziner, wird neuer Bundesgesundheitsminister. Der in Düren geborene Arzt und Gesundheitsökonom war zunächst Mitglied der CDU und trat dann vor 20 Jahren in die SPD ein. Große öffentliche Bekanntheit erlangte er durch seine medizinische Expertise seit Beginn der Corona-Pandemie.

Lauterbach wuchs als Kind in einer Arbeiterfamilie auf. Ab 1982 studierte er Humanmedizin an der RWTH Aachen, später auch in Düsseldorf, an der University of Texas in San Antonio und an der Harvard School of Public Health, wo er sich vor allem mit Epidemiologie und Gesundheitspolitik und Öffentlicher Gesundheit befasste. 1996 beauftragte die Universität zu Köln Lauterbach als neu berufenen Professor mit der Gründung des Instituts für Gesundheitsökonomie, Medizin und Gesellschaft (IGMG). Momentan ist er dort aufgrund seines Bundestagsmandats beurlaubt.

Von 1999 bis zur Wahl in den Bundestag im September 2005 war Lauterbach Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Von 2013 bis 2020 war der Abgeordnete des Wahlkreises Leverkusen stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag. Seine Arbeitsschwerpunkte im Parlament sind die Gesundheits- und Sozialpolitik.

Karl Lauterbach ist katholisch sozialisiert

Lauterbach ist geschieden und Vater von fünf Kindern. Er ist katholisch sozialisiert, trat aber „vor einigen Jahren“ im Zusammenhang mit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals aus der katholischen Kirche aus, wie er im Podcast „Talk mit K“ des „Kölner Stadt-Anzeigers“ erzählte. Er sei ausgetreten, als ihm das Ausmaß von sexuellem Missbrauch in der Kirche bewusst geworden sei, auch im Erzbistum Köln, betonte er dort.

Die derzeit massenhaften Kirchenaustritte im Kölner Raum sind für Lauterbach, der nach eigenem Bekunden in seiner Kindheit von der katholischen Religion sehr stark geprägt wurde, absolut nachvollziehbar. „Als junger Katholik hätte ich es niemals für denkbar gehalten, dass es so etwas gibt, und das bestürzt mich stark“, sagte er mit Blick auf den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche. Den Umgang des Erzbistums Köln mit diesem Problem könne man „bestenfalls noch als unglücklich bezeichnen“, so Lauterbach. „Aus der Perspektive der Opfer tun sich Abgründe auf.“

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