Mehr als 80.000 polnische Katholiken im Bistum Münster

Neue katholische polnische Mission in Recklinghausen errichtet

Eine neue katholische polnische Mission wurde am Sonntag feierlich in Recklinghausen errichtet. Mehr als 80.000 Katholiken werden derzeit am Niederrhein, in Münster und Recklinghausen seelsorgerisch betreut.

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Die neue polnische Mission Recklinghausen wurde am Sonntag in der St.-Marien-Kirche mit einem feierlichen Gottesdienst errichtet. Pfarrer Rafał Kowalczyk und Kaplan Rafal Swatek wurden durch den emeritierten Weihbischof Dieter Geerlings mit der Seelsorge beauftragt. Das teilte die Bischöfliche Pressestelle Münster mit. Bislang wurden die polnisch-sprachigen Katholiken in den Kreisdekanaten Recklinghausen, Coesfeld und Warendorf von der polnischen Gemeinde in Münster betreut. Nun freuen sie sich über eine eigene polnisch-sprachige Mission mit Sitz in Recklinghausen.

Pfarrer Marian Wagner, seit mehr als 30 Jahren Pfarrer der polnischen Mission in Münster, bedankte sich beim Bistum Münster, „dass Sie der polnischen Seelsorge so großes Vertrauen schenken“. In seiner Predigt ging der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings, der seit vielen Jahren die muttersprachlichen Gemeinden im Bistum Münster begleitet, auf die Bedeutung der polnischen Mission ein. Es müssten Strukturen geschaffen werden, die es den Menschen ermöglichen, die Worte Jesu in der eigenen Sprache zu hören und nachzusprechen. „Doch geht es nicht nur um die Sprache. Das wäre zu wenig. Es geht auch um die Feier der Liturgie, es geht um die eigene Tradition, die eigenen Bräuche, das eigene Verständnis von Leben und Glauben“, sagte Geerlings.

Glaubensreichtum als Schatz der Kirche

In den vergangenen Jahrzehnten seien viele katholische Christen aus aller Welt in die deutsche Ortskirche gezogen. „Ihre Anwesenheit lädt auch uns dazu ein, dass wir uns mit ihren Bräuchen, mit ihrem Verständnis vertraut machen und nicht nur wegen der Folklore, sondern weil sie etwas ganz Wichtiges aus ihrer Glaubensgeschichte mitbringen, das in unserer Glaubensgeschichte vielleicht so nicht vorhanden ist“, betonte der emeritierte Weihbischof. Die Kirche müsse den Glaubensreichtum der fremdsprachigen Gemeinden als Schatz auf ihrem Gebiet erkennen und erheben. „Wir haben eine gemeinsame Botschaft, die alle Menschen angeht. Auch dafür wird heute diese Gemeinde in einem anderen Zuschnitt als bisher gegründet“, sagte Geerlings und gratulierte den Verantwortlichen ebenso im Namen von Bischof Felix Genn.

Keine Parallelwelten, sondern Glauben leben in der Muttersprache

Im Anschluss an die Predigt verlasen Geerlings und Franz-Thomas Sonka, Referatsleiter Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprachen beim Bischöflichen Generalvikariat, sowohl die Ernennungsurkunde für die neue katholische Gemeinde als auch für die beiden Seelsorger. Monsignore Stanisław Budyn, Delegat der Deutschen Bischofskonferenz für die Polnische Seelsorge in Deutschland, bedankte sich beim Bistum Münster für das Verständnis der Anliegen der polnisch-sprachigen Gläubigen, und betonte in seinem Grußwort, dass es bei den muttersprachlichen Gemeinden nicht um die Schaffung einer Parallelwelt ginge, sondern um die Möglichkeit, den Glauben in der eigenen Sprache sowie in der eigenen Tradition und Frömmigkeit zu feiern.

Mehr als 80.000 Katholiken mit polnischer Staatsangehörigkeit werden von den polnischen Missionen am Niederrhein, in Münster und Recklinghausen betreut. Hinzu kommen zahlreiche Menschen, die sich durch ihre Geschichte mit den polnischen Gemeinden verbunden fühlen.

Angebote für polnischsprachige Gläubige:
St. Marien Dorsten (zweiter Sonntag im Monat, 16 Uhr), St. Barbara Dorsten-Wulfen (vierter Sonntag im Monat um 16 Uhr), St. Michael Marl (an Sonn- und Feiertagen um 8.45 Uhr), St. Jakobi Coesfeld (an Sonn- und Feiertagen um 10.30 Uhr), Kloster Maria-Ludwig-Stift Dülmen (erster und dritter Sonntag im Monat um 10.30 Uhr), St. Stephanus Selm-Bork (erster und dritter Sonntag im Monat um 16 Uhr), St. Martin  Beckum (letzter Samstag im Monat um 16 Uhr). In der Recklinghäuser St.-Marien-Kirche werden an Sonn- und Feiertagen zwei Gottesdienste (12.30 Uhr, 18.30 Uhr) sowie dienstags (10 Uhr), mittwochs und freitags (19 Uhr) Werktagsgottesdienste gefeiert.

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