Reaktionen zum Tod von Johann Baptist Metz

Trauer um Metz – Genn: Dankbar für seine Fähigkeiten

Prominente Stimmen aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft trauern um den am Montag in Münster verstorbenen Theologen Johann Baptist Metz. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) würdigte ihn als „einen Theologen von Weltrang, eine starke Stimme für den christlich-jüdischen Dialog und einen herausragenden Vordenker“.

Metz habe sich sein Leben lang mit der Frage befasst, warum Gott das unfassbare Leid an Millionen von Menschen – etwa im Konzentrationslager Auschwitz – nicht verhinderte. Zugleich habe er die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und die politische Theologie für die Armen und Leidenden geprägt.

Genn: Metz war Geschenk für viele Studierende in Münster

Münsters Bischof Felix Genn schrieb in einem Kondolenzschreiben an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster, Metz habe als akademischer Lehrer in der Kirche in Deutschland und weltweit großen Einfluss gehabt. „Wir sind in Münster dankbar und stolz, dass er seine Kompetenz und großen Fähigkeiten den vielen Studierenden an der Universität Münster geschenkt hat.“

Die Universität und die Fakultät erklärten, Metz habe mehrere Studenten-Generationen geprägt. Die von ihm begründete „Neue Politische Theologie“ verstehe sich ausdrücklich als eine Gottesrede nach dem Holocaust im Zweiten Weltkrieg.

Küng: Orientiert an Jesus als Leitfigur der Menschenfreundlichkeit

Die Organisation „Wir sind Kirche“ betonte, Metz habe die Empfindsamkeit für das Leid des anderen als wesentliches Merkmal des Christentums verstanden.

„Betrübt“ über den Tod seines Kollegen zeigte sich der Tübinger Theologe Hans Küng (91). Trotz der Unterschiede in ihrer Theologie habe sie die Orientierung an Jesus Christus als Leitfigur für Menschenfreundlichkeit geeint.

Philosoph Habermas: Sensibler Gesprächspartner

Der Philosoph Jürgen Habermas (90) nannte Metz einen „sensiblen Gesprächspartner“. Er sei aus seiner Generation „vielleicht der Theologe, der sich am leidenschaftlichsten an der für ihn existenziellen Frage abgearbeitet hat, in welcher Sprache nach dem Holocaust überhaupt noch von Gott geredet werden“ könne.

Johann Baptist Metz, 1928 in Auerbach in der Oberpfalz geboren, lehrte von 1963 bis 1993 Fundamentaltheologie an der Universität Münster.