Seit 2014 hat das Benediktiner-Kloster keinen Abt mehr

Vatikan untersucht Spannungen im Kloster Maria Laach

Der Vatikan lässt die Lage in der Benediktinerabtei Maria Laach untersuchen. Die Ordenskongregation eröffnete eine entsprechende apostolische Visitation, wie das Kloster mitteilte. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und der Abt der Ettaler Benediktinerabtei, Barnabas Bögle, seien mit der Prüfung beauftragt und an Pfingsten für einen ersten Besuch in der Abtei gewesen. Das Verfahren solle „zum Frieden in Maria Laach“ beitragen und dem Kloster „eine tragfähige gute Zukunft“ ermöglichen.

Worum geht es in Maria Laach?

Dem Kloster gehören eigenen Angaben zufolge derzeit 35 Mönche an. In der Abtei gibt es seit Längerem Spannungen. Seit 2014 hat das Kloster keinen Abt mehr. Zuletzt wurde im Vorjahr die Wahl „bis auf Weiteres“ verschoben. Seitdem leitet Pater Petrus Nowack (63) als Prior-Administrator den Konvent. Umstritten scheint innerhalb der Mönchsgemeinschaft die künftige Ausrichtung der Abtei, etwa ob die Benediktiner sich weiter für Touristen oder Veranstaltungen öffnen oder stärker auf das Klosterleben konzentrieren sollen.

Die Abtei am Laacher See in der Vulkaneifel wurde 1093 gegründet, jedoch im Zuge der Säkularisation 1802 aufgelöst. 1892 erfolgte die Wiederbesiedlung durch Mönche aus der Erzabtei Beuron. Zum Kloster gehören zwölf mittelständische Betriebe, darunter Klosterverlag, Buchhandlung, Keramikmanufaktur, Klostergärtnerei, Seehotel und Hofladen mit rund 250 Angestellten.