Philip Wilson war Erzbischof von Adelaide in Australien

Vertuschung von Missbrauch: Ex-Erzbischof freigesprochen

Der ehemalige Erzbischof von Adelaide in Australien, Philip Wilson, ist vom Vorwurf freigesprochen worden, sexuellen Missbrauch durch einen Priester vertuscht zu haben. Ein Berufungsgericht in Newcastle setzte Wilson laut Medienbericht auf freien Fuß.

Der Richter bezeichnete den 68-Jährigen demnach als glaubwürdigen Zeugen. Es habe nicht eindeutig bewiesen werden können, dass er vom Missbrauch durch einen Priester gewusst habe. Wilson hatte vor Gericht angegeben, sich nicht an die Gespräche zu erinnern, in denen eines der Opfer ihn über Übergriffe durch einen mittlerweile verstorbenen Geistlichen informiert habe.

Im Mai zunächst verurteilt

Der damalige Erzbischof von Adelaide war im Mai als bislang ranghöchster Vertreter der katholischen Kirche wegen Missbrauchsvorwürfen verurteilt worden. Papst Franziskus nahm kurz darauf Wilsons Rücktritt an. Dieser war Anfang Juli zu zwölfmonatigem Hausarrest verurteilt worden. Wilson leidet an Alzheimer in Anfangsstadium.

Das Gericht hatte Wilson für schuldig befunden, in den 70er Jahren den Missbrauch an Jungen durch einen Priester nicht der Polizei gemeldet zu haben. Wilsons Anwälte gingen mit dem Argument in Berufung, damals sei Missbrauch noch nicht als schweres Verbrechen angesehen worden, das angezeigt werden müsse.