Kirche+Leben Lexikon

Was ist das Neue Testament?

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Das Neue Testament ist eine Sammlung von 27 Schriften, die in der Zeit zwischen 50 und 120 n. Chr. von verschiedenen Autoren verfasst wurden (Abkürzungsverzeichnis). Die christliche Kirche übernahm zunächst das Alte Testament als Heilige Schrift und erkannte in ihren Texten Jesus Christus als den verheißenen Messias. So wurden schon früh die Worte Jesu und die Berichte über seine Taten und über sein Schicksal aufgezeichnet. Sie dienten der Glaubensunterweisung und der Verkündigung für die Missionspredigt.

Als erster verfasste Markus ein Evangelium (gr. euangelion = gute Nachricht, frohe Botschaft). Die späteren Evangelien nach Matthäus und Lukas stimmen weitgehend mit Markus überein, so dass diese drei „synoptische Evangelien“ (gr. Synopse = Zusammenschau) genannt werden.

Das Evangelium nach Johannes unterscheidet sich deutlich im Aufbau und in der Sprache und ist von einer starken theologischen Reflexion geprägt. Daneben entstanden urchristliche Schriften anderer Art: eine Geschichte der jungen Kirche (Apostelgeschichte), weiterhin Briefe, die vom Apostel Paulus oder von seinen Mitarbeitern und Schülern verfasst wurden, und ein prophetisches Buch über die Zukunft der Kirche (Geheime Offenbarung).

Nach Auffassung der Kirche wurden die Schriften des Neuen Testaments unter göttlichem Beistand (Inspiration) abgefasst und regeln ebenso wie die des Alten Testaments den Glauben und das Leben der Kirche als kanonische Schrift. Das Verzeichnis dieser Schriften wird darum Kanon genannt, was soviel wie Maßstab oder Regel bedeutet.

Die evangelische und die katholische Kirche haben sich 1978 auf eine deutsche Einheitsübersetzung des Neuen Testaments (Bibel) geeinigt.