Papst Franziskus ruft zu internationaler Unterstützung auf

222 Tote bei Tsunami in Indonesien

Ein Tsunami in Indonesien hat am Samstagabend nach jüngsten Angaben mindestens 222 Todesopfer gefordert. Erste medizinische Hilfe und Rettungsteams sind inzwischen in der Provinz Banten auf Java eingetroffen. Dutzende Ambulanzen seien in Tanjung Lesung zur Versorgung der mindestens 750 bis 1.000 Verletzten im Einsatz, berichten indonesische Medien (Sonntag).

„Freiwillige haben Tanjung Lesung erreicht und mit Such- und Bergungsarbeiten begonnen“, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Antara. Überlebende spendeten für die obdachlos Gewordenen Decken und Kleidung. Malteser International teilte mit, lokale Partnerorganisationen seien vor Ort und sondierten die Lage. Für erste Nothilfe habe man 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Auch zahlreiche Freiwillige des Indonesischen Roten Kreuzes seien im Einsatz, hieß es.

Die Ursache der mehr als drei Meter hohen Welle ist noch nicht eindeutig geklärt. Experten vermuten, der Ausbruch des in der Sundstraße zwischen Java und Sumatra gelegenen Vulkans Anak Krakatau könne einen Erdrutsch unter Wasser verursacht und dieser den Tsunami ausgelöst haben.

Vulkanausbruch als mögliche Ursache

Als fatal erwies sich eine von der indonesischen Behörde für Geophysik (BMKG) veröffentlichte Entwarnung. Man habe kein Erdbeben registriert: „Das war kein Tsunami, sondern eine Flutwelle. Bleiben Sie ruhig.“ Nach Angaben des Zentrums für Vulkanologie (PVMBG) werden derzeit bei 20 der 120 indonesischen Vulkane erhöhte seismische Aktivitäten registriert.

Papst Franziskus rief am Sonntag zu internationaler Unterstützung und zum Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen auf Java und in der Provinz Lampung auf. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigten sich betroffen.

Steinmeier und Merkel kondolierten

Steinmeier schrieb in einem ein Kondolenztelegramm an Indonesiens Präsidenten Joko Widodo: „Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer, den Verletzten, denen wir baldige Genesung wünschen, und den vielen Helfern vor Ort bei ihrem herausfordernden Einsatz.“ Merkel schrieb: „In diesen schweren Stunden möchte ich Ihrem Land mein tiefempfundenes Beileid aussprechen. Unser besonderes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer sowie den vielen Verletzten.“

Erdrutsche, Hochwasser, Wolkenbrüche, Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche gehören zum Alltag der aus rund 17.000 Inseln bestehenden Republik Indonesien. Allein in diesem Sommer forderten Erdbeben auf Lombok und ein Tsunami auf Sulawesi Tausende Menschenleben. Am zweiten Weihnachtstag 2004 starben durch ein Seebeben im Indischen Ozean mehr als 200.000 Menschen, davon 165.000 im indonesischen Aceh. Indonesien liegt im „Pazifischen Feuerring“ mit als 450 aktiven Vulkanen rund um den Pazifik.