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Früherer Dompropst und Leiter des Diözesangerichts in Münster

Heinrich Mussinghoff wird 80 – ein Osterwicker in Aachen

  • Der frühere Bischof von Aachen, Heinrich Mussinghoff, wird 80 Jahre alt.
  • Der Priester aus Osterwick bei Coesfeld ist auch ein renommierter Kirchenrechtler.
  • Die Aussöhnung mit den Juden ist ihm ein Herzensanliegen.
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Der aus Osterwick im Kreis Coesfeld stammende frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff wird am morgigen Donnerstag 80 Jahre alt. Fast 21 Jahre lang, bis Dezember 2015, leitete er das Bistum Aachen, von 1999 bis 2011 war er stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

1968 in Münster von Bischof Joseph Höffner zum Priester geweiht, diente Mussinghoff von 1971 an Höffners Nachfolger Heinrich Tenhumberg als Sekretär. Ab 1974 arbeitete der Kirchenrechtsexperte Mussinghoff am Bischöflichen Offizialat, ab 1981 leitete er dieses Diözesangericht. 1990 wurde er zusätzlich Dompropst in Münster.

Aussöhnung mit den Juden als Herzensanliegen

Im Dezember 1994 ernannte Papst Johannes Paul II. Mussinghoff zum Bischof von Aachen. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner weihte ihn am 11. Februar 1995. Sein erster Besuch anschließend galt der Jüdischen Gemeinde Aachen – als Zeichen der Verbundenheit.

Für die Aussöhnung mit den Juden engagiert sich Mussinghoff, der oft das Heilige Land bereist, besonders. Bei einem Polen-Besuch bekannte er, in der Zeit des Nationalsozialismus habe es in der Kirche nicht viel Widerstand gegen den Völkermord an den Juden gegeben. Auch hätten die deutschen Bischöfe den „Angriffskrieg auf das katholische Land Polen“ nicht laut verurteilt.

Am obersten Gericht der Kirche

Bedauern bekundete Mussinghoff über den von Johannes Paul II. verfügten Ausstieg der katholischen Kirche aus der staatlichen Schwangerenberatung in Deutschland. Zugleich zeigte er sich dankbar dafür, „dass der Papst nie davon gesprochen hat, dass das Mitwirken an der Schwangerenkonfliktberatung eine schwere Sünde sei“.

Seit 1995 gehört Mussinghoff dem obersten Gericht der Kirche an, der Apostolischen Signatur in Rom. Zudem war er Mitglied der Kleruskongregation im Vatikan. In der Bischofskonferenz leitete er ab 1996 die Kommission für Wissenschaft und Kultur und die 2006 neu errichtete Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum.

Gegen eine Stimmung des Nörgelns

Gegen Missmut in der Kirchen-Krise wehrt Mussinghoff sich: „Ich fürchte nicht die kleiner werdende Zahl“, sagt er. Bedenklich sei vielmehr eine vom Nörgeln geprägte Stimmung. Stattdessen gelte es, die Freude des Evangeliums zu leben.

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