Gottesdienste mit Bischof Felix Genn und Weihbischof Wilfried Theising zu 350-Jahrfeier

Im Wallfahrtsort Bethen haben die Feiern zum Jubiläum begonnen

Mehrere hundert Gläubige haben zusammen mit Münsters Bischof Felix Genn ein Pilgerhochamt zum 350-jährigen Jubiläum der Gnadenkapelle im Wallfahrtsort Bethen gefeiert. Der Gottesdienst stand ganz im Zeichen des heiligen Antonius von Padua, der in dem Wallfahrtsort neben der Schmerzhaften Maria verehrt wird. Neben Gläubigen aus Bethen und Cloppenburg nahmen auch größere Gruppen aus Garrel, Papenburg und die Schülerinnen und Schüler der Bether Antonius-von-Padua-Grundschule an dem Gottesdienst teil.

In seiner Predigt sprach Genn die Grundschüler direkt an, stellte sich zu ihnen in die erste Reihe und stellte ihnen den heiligen Antonius vor, der immer mit dem Jesuskind auf dem Arm dargestellt werde. Jesus sei mit ihm befreundet gewesen. „Diese Freundschaft ist bei jedem von uns möglich“, sagte der Bischof. Er habe es selbst erfahren, dass Jesus immer mehr zu seinem Freund geworden sei. „Nehmt das bitte als Botschaft mit.“

Den Erwachsenen empfahl er den Wallfahrtswort als einen guter Ort zum Gebet. Die Menschen brächten ihre Sorgen und wüssten sie bei Jesus und der Gottesmutter gut aufgeboben. Er ermutigte die Gläubigen zum Gebet und dazu, Jesus nicht zu verlieren. An alle anwesenden Großeltern leitete er einen Appell von Papst Franziskus weiter, auch bei ihren Enkelkindern dafür Sorge zu tragen, dass sie Jesus nicht verlieren. „Sie sind dafür unter Umständen wichtiger als deren Eltern.“

Weihbischof Theising eröffnete die Festwoche

Bereits am Sonntag eröffnete Weihbischof Wilfried Theising die Feierlichkeiten zum 350-jährigen Jubiläum. Er erinnerte in seiner Predigt daran, der damalige Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen, habe 1669 mit dem Bau der Kapelle die Bethener Wallfahrt nach dem 30-jährigen Krieg neu belebt. Die Menschen seien damals arm und ohne Perspektive gewesen. Von Galen aber hätte klare Vorstellungen gehabt und gewusst, dass sie Ankerpunkte bräuchten.

Die nach dem Ersten Weltkrieg zum Gedenken der Gefallenen erbaute Basilika mache deutlich, wie sehr sich das religiöse Leben weiterentwickelt habe. „Wie viele Tränen mögen hier wohl geflossen sein, und wie viel Sorge und Kummer hat Maria hier wohl von den Menschen entgegengenommen,“ fragte Theising. Die Schmerzhafte Maria in Bethen zeige den Menschen ihren toten Sohn. Sie wisse, was Leid bedeute. Doch der Tod Jesu stehe gleichzeitig für die Auferstehung. „Bei Maria“, versicherte der Weihbischof, „finden wir daher immer eine gute Zuhörerin.“

So geht die Festwoche in Bethen weiter

Die Feier des Jubiläum geht in den nächsten Tagen weiter. Am Mittwoch ziehen die Gläubigen nach der Messe um 19 Uhr mit einer Lichterprozession zur Gnadenkapelle. Der gebürtige Bether Stefan Lunte, Generalsekretär von „Justitia & Pax Europa“, wird dabei ein Glaubenszeugnis ablegen. Am Freitag lädt um 19 Uhr ein geistliches Candle-light-Dinner ins Haus Maria Rast Ehepaare ein, am Samstag ist Beichttag.

Zum Abschluss der Festwoche feiert am 15. September um 10.30 Uhr der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic, mit Weihbischof Theising einen Gottesdienst vor der Gnadenkapelle. Anschließend können sich die Besucher auf ein Programm mit Familienangeboten, Musikgruppen und ausreichend Verpflegung freuen. Den Schlusspunkt des Tages setzt um 17 Uhr in der Basilika ein Konzert des „Ensembles 1684“ vom Leipziger Gewandhaus. Karten kosten 15 Euro.