Annette Kurschus sollte in der Abtei Königsmünster sprechen

Keine Predigt von evangelischer Präses in katholischem Kloster

Zu Irritationen hat ein von der Abtei Königsmünster in Meschede geplanter Gottesdienst geführt. Die Benediktiner hatten die westfälische evangelische Präses Annette Kurschus zur Predigt beim Benediktsfest im März eingeladen, was auf Widerspruch beim Erzbistum Paderborn stieß, wie dessen Sprecher Ägidius Engel der Katholischen Nachrichten-Agentur am Montag bestätigte.

Die Predigt in einer heiligen Messe sei geweihten Diakonen, Priestern und Bischöfen vorbehalten, sagte Engel. Kurschus sei aber weiter zum Benediktsfest am 21. März eingeladen und könne entsprechend dem Vorschlag der Erzdiözese im Rahmen einer Vesper sprechen.

Die Einladung zur Vesper nahm Kurschus aber nicht an, wie der Sprecher der Evangelischen Kirche von Westfalen, Andreas Duderstedt, auf Anfrage mitteilte. Er verwies auf Terminprobleme. Wegen der Teilnahme an einer Vormittagsveranstaltung könne Kurschus nicht zur Vesper um 14.30 Uhr kommen. Anders wäre das bei der Messfeier um 17.45 Uhr gewesen. Der WDR hatte zuerst über den Fall berichtet.

„Kanzeltausch“ nicht möglich

Engel warb um Verständnis dafür, dass seitens der katholischen Kirche ein „Kanzeltausch“ in einer Eucharistiefeier nicht möglich ist. Er verwies auf das unterschiedliche Sakraments-, Amts- und Kirchenverständnis. Die Eucharistie ist ein zentrales Sakrament der katholischen Kirche. Nach ihrem Verständnis wird in der Eucharistiefeier durch eine Wandlung von Brot und Wein Jesus selbst gegenwärtig.

Das Benediktsfest findet traditionell am Todestag des Ordensgründers Benedikt von Nursia statt. Kurschus sollte anlässlich des Gedenkjahrs 500 Jahre nach Beginn der Reformation predigen. Ein Sprecher der Abtei Königsmünster bekundete großes Bedauern darüber, dass es „zu diesem Anlass und noch dazu in diesem Jahr“ zu einer solchen Situation gekommen sei. „Die Ökumene ist schon immer ein wichtiges Thema für die Abtei“, sagte Pater Guido Hügen.