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BildBotschaft: Zu Reformationsfest und Allerseelenfest

Liebe über Konfessions-Grenzen hinweg

Dass die Liebe stärker ist als der Tod, weiß jeder Liebende. Nicht immer wusste das die Kirche. Im holländischen Roermond zeigt das Doppelgrab zweier Eheleute, wie schon vor 150 Jahren konfessionsverschiedene Paare konfessionsverbindend sein können.

Dass die Liebe stärker ist als der Tod, weiß jeder Liebende. Nicht immer wusste das die Kirche. Im holländischen Roermond zeigt das Doppelgrab zweier Eheleute, wie schon vor 150 Jahren konfessionsverschiedene Paare konfessionsverbindend sein können.

Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe.“ So heißt heute bei Trauungen das, was früher „ ... bis dass der Tod uns scheidet“ lautete. Eigentlich merkwürdig für eine Religion, zu der doch der Glaube an die Auferstehung zent­ral dazugehört. Ewige Liebe – doch nur ein Traum?

Menschen, die ihren geliebten Partner an den Tod verloren haben, wissen schmerzlich, dass die Liebe zu ihm, zu ihr nicht tot zu kriegen ist. Im Gegenteil: Gerade weil die Liebe immer noch so groß ist, so viel Leben einnimmt, tut der Verlust so schrecklich weh. Nein, die Liebe scheidet der Tod nicht.

Verbotene Liebe

Viel zu lange schied indes der Glaube die Liebe – oder meinte jedenfalls, es zu können. Er katholisch, sie evangelisch: tja, Pech gehabt. Diese Liebe ist verboten. Wie viel Leid und lebenslangen Schmerz hat das über Menschen gebracht, wenn ihr Ja zueinander, eigentlich Grundlage und Konstitutivum jeder gültigen Ehe, von einem vermeintlich größeren Nein übertrumpft werden konnte!

Gott sei Dank haben sich die Zeiten geändert, und immer mehr wird erkannt, dass konfessionsverschiedene Ehen konfessionsverbindende Ehen sein könnten. Das wäre ein gutes Projekt im Jahr des Reformationsgedenkens: intensiv darüber nachzudenken, ob nicht das Sakrament der Liebe, der Vereinigung und des Bundes mit Gott auch den gemeinsamen Empfang der Kommunion, des Sakraments der Liebe Gottes, ermöglicht.
Natürlich kann und soll so etwas nicht vorschnell entschieden werden, nicht ohne auch theologisch redliche Auseinandersetzung.

Rebellisches Grabmal

Umso mehr bewegt das rebellisch-liebevolle Doppelgrab eines konfessionsverschiedenen Ehepaars, das im 19. Jahrhundert lebte. Als beide gestorben waren, wurde der eine auf dem evangelischen, die andere auf dem katholischen Friedhof bestattet. Zwar getrennt durch eine Mauer, aber doch Grabstein an Grabstein. Und die Hände, um die die beiden vor Jahrzehnten angehalten hatten, greifen über der Mauer nach­einander, konfessionsverbindend.

Liebe, die stärker ist als der Tod – und als kirchliche Regelungen ihrer Zeit, über die sie sich buchstäblich hinwegsetzt. Und auf einmal klingt das altbekannte Lied von Julie Hausmann und Friedich Silcher, ebenfalls im 19. Jahrhundert entstanden, ganz anders. Gar nicht mehr so süßlich, sondern erstaunlich entgrenzend: „So nimm denn meine Hände / und führe mich / bis an mein selig Ende / und ewiglich!“

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