Genn reagiert auf Äußerung zu Vergebung und Missbrauch

Nach Eklat: Bischof bittet Pfarrer Zurkuhlen, nicht mehr zu predigen

 

Nach einem Eklat in Münster wegen Äußerungen über Vergebung und sexuellen Missbrauch hat Bischof Felix Genn den emeritierten Pfarrer Ulrich Zurkuhlen (79) gebeten, nicht mehr zu predigen. Es handele sich nicht um ein formales Predigtverbot, sondern um eine Willensäußerung des Bischofs, sagte Bistumssprecher Stephan Kronenburg zu „Kirche-und-Leben.de“.

Zurkuhlen hatte in der Heilig-Geist-Kirche in einer Predigt gesagt, auch Priestern, die als Täter Minderjährige sexuell missbraucht hätten, müsse vergeben werden. Daraufhin hatten zunächst ein Teil des Chores und später rund 70 Gottesdienst-Teilnehmer unter lautem Protest die Kirche verlassen. Den Gottesdienst feierten auch vom Missbrauch Betroffene mit. Dies war Zurkuhlen jedoch nicht bewusst, wie er später sagte.

Pfarrer Rau: Vergebung ist keine Bringepflicht der Opfer

Der Leitende Pfarrer Stefan Rau von der Pfarrei St. Joseph, zu der die Heilig-Geist-Kirche gehört, hatte das Geschehen bedauert. „Das Thema Vergebung ist keine Bringepflicht der Opfer. Dieser Eindruck ist wohl entstanden – und das dürfen wir nicht so stehen lassen“, sagte Rau. Aus diesem Grund hat die Gemeinde zu einem öffentlichen Gespräch am Montag, 8. Juli, über die Predigt von Pfarrer Zurkuhlen eingeladen.