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Unicef fordert mehr Hilfe für notleidende Familien

Nach Explosion in Beirut leidet Bevölkerung unter Wirtschaftskrise

  • Ein Jahr nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind laut Unicef Tausende Jungen und Mädchen auf Hilfe angewiesen.
  • Die Wirtschaftskrise, die Corona-Pandemie und die politische Instabilität im Libanon verschärfen die Not.
  • Das Hilfswerk Caritas international befürchtet eine Auswanderungswelle aus dem Libanon.
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Ein Jahr nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut sind laut Unicef Tausende Jungen und Mädchen auf Hilfe angewiesen. Zehntausende Menschen hätten infolge der Katastrophe ihre Jobs verloren, sodass sie kaum die Ernährung und Gesundheitsversorgung ihrer Kinder gewährleisten könnten, erklärte das UN-Kinderhilfswerk am Dienstag in Köln. Die Wirtschaftskrise, die Corona-Pandemie und die politische Instabilität im Libanon verschärften die Not, heißt es auch vom katholischen Hilfswerk Caritas international.

Bei einer Befragung von 1.187 Haushalten habe ein Drittel der Familien angegeben, dass mindestens ein Kind bis heute Anzeichen psychischer Not aufzeige, erklärte Unicef. 70 Prozent der Befragten hätten nach der Explosion am 4. August Hilfe gesucht, nahezu alle diese Familien benötigten auch heute noch Unterstützung. Den Angaben nach haben zwei Drittel der befragten Familien seit der Katastrophe keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung oder Medikamenten.

 

Caritas international hilft im Libanon beim Wiederaufbau

 

Mehr als 1,5 Millionen Euro hat Caritas international nach der verheerenden Explosion bereitgestellt. Auch das Bistum Münster spendete 150.000 Euro an das Hilfswerk. Das Geld ging an die libanesische Caritas, die damit effektiv und schnell helfen konnte, wie das katholische Katastrophenhilfswerk am Dienstag in Freiburg mitteilte. Mittel seien auch zur Wiederinstandsetzung von Wohnungen verwandt worden. Während "die Wunden der Explosion im Stadtbild Beiruts langsam verheilen, hat sich der wirtschaftliche und politische Niedergang des Landes weiter verschärft", so das Hilfswerk. Libanon drohe eine Auswanderungswelle junger, gut ausgebildeter Menschen. Die Stimmung der Bevölkerung sei am Boden.

Am 4. August 2020 war es auf dem Hafengelände von Beirut zu einer massiven Detonation gekommen, die das Zentrum der Stadt verwüstet hat. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben. Nach Angaben von Unicef wurden etwa 6.500 Menschen verletzt, darunter 1.000 Kinder.

 

Wirtschaftskrise im Libanon verschärft sich

 

Grund für die Explosion waren 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat, die jahrelang offenbar mit dem Wissen von Regierungsmitgliedern ungesichert im Hafen gelagert waren. Niemand wurde bislang zur Verantwortung gezogen. Seit dem Unglück hat sich die Wirtschaftskrise im Libanon verschärft. Nach Angaben der Weltbank leben mehr als die Hälfte der rund fünf Millionen Libanesinnen und Libanesen in Armut.

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