Bunte Kerzen, vier Krippen und viel Zeit füreinander

So bereitet sich eine Familie aus Münster auf den Advent vor

Für Simone und Andreas Brömmler aus Münster-Albachten mit ihren Kindern Merle (7) und Jesse (5) ist der Advent eine wichtige Familienzeit. Möglichst viel gestalten und unternehmen sie gemeinsam.

„Jeder trägt etwas  bei“, sagt Simone Brömmler. Es beginnt beim Aussuchen der Kerzen für das Adventsgesteck in der Küche. Das hat der Vater, von Beruf Ingenieur, aus Holzbohlen gebastelt. „Meine ist türkis“, sagt Merle und zeigt dabei auf die vier Kerzen: ihr Bruder hat eine grüne gewählt, der Vater eine pinkfarbene, die Mutter eine graue.

Die Kinderkrippe steht schon

Außer dem Adventsgesteck in der Küche wird es auch in diesem Jahr wieder einen Adventskranz im Wohnzimmer geben. Dort steht jedenfalls die große Kinderkrippe, in der Jesse bereits jetzt die Holzfiguren anordnet.

„Mit den anderen Krippen lassen wir uns noch ein ­biss­chen Zeit“, sagt Andreas Brömmler. – Mit den anderen Krippen? „Ja“, lacht der 38-Jährige. Eine wird dann bei Brömmlers aufgebaut, jeweils eine weitere gemeinsam bei den Großeltern. „Das kann acht, neun Stunden dauern. Für die Kinder ist es immer ein großes Ereignis, wenn sie die Figuren auspacken“, sagt die Mutter.

Maria und Josef „wandern“ durchs Haus

Genauso spannend empfinden es Jesse und Merle, wenn Maria, Josef und der Esel während der Adventszeit durch das Brömmler‘sche Haus „wandern“. So lange, bis sie nach verschiedenen Stationen in der Kinderkrippe an ihr Ziel kommen. „Sie hatten ja keinen Platz, wo sie schlafen konnten“, erläutert Merle die Aktion.

In der Küche hängt in der Zeit ein bunter Adventskalender. Simone Brömmler hat die Stoffsäckchen dafür selbst gebastelt. Gefüllt werden sie mit Süßigkeiten, Bastelmaterial oder gelegentlich einer Figur für die Kinderkrippe. Manchmal steckt darin auch ein Gutschein für eine Familien-Unternehmung wie ein Besuch im Kino, auf dem Weihnachtsmarkt in Münster oder im Schwimmbad. Die Kinder wechseln sich täglich beim Öffnen der Säckchen ab „und üben dabei auch das Teilen“, sagt die Mutter, die von Beruf Lehrerin ist.

Wochen voller Lieder und Geschichten

An jedem Samstag bis Weihnachten, wenn wieder eine neue Kerze am Adventskranz leuchtet, singen die Eltern und Kinder Adventslieder. Merle spielt dazu auf ihrer Blockflöte.  Insgesamt werden die Wochen voller Geschichten, Kerzenschein und kleiner Überraschungen sein. „Wir möchten diese Zeit bewusst mit der Familie erleben“, sagt die Mutter.

„Eigentlich hat bei uns die Vorfreude auf den Advent schon am 1. November begonnen“, ergänzt Andreas Brömmler. An dem Tag hat sich die Familie im Wald den Weihnachtsbaum ausgesucht. Der darf noch ein bisschen wachsen, bis er am 23. Dezember – und keinen Tag früher – ins Haus geholt wird. Dann schmücken Eltern und Kinder ihn gemeinsam, aber nicht vollständig. Denn, so sagt die Mutter geheimnisvoll, „den Rest übernimmt das Christkind“.