Präsenz der Kirche drohe „insgesamt gemindert“ zu werden

Sternberg: Bundesweiter Sparkurs der Bischöfe „bewusstes Risiko“

Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), hat Kürzungen der Bistümer für bundesweite Aufgaben scharf kritisiert. Beim bisherigen Sparprozess sei bewusst das Risiko eingegangen worden, „die Präsenz der Kirche in Deutschland insgesamt zu mindern“, sagte Sternberg bei einer ZdK-Tagung zu Kirchenfinanzen.

Zwar seien die Kirchensteuereinnahmen der Bistümer von 2008 bis 2015 um 20 Prozent auf sechs Milliarden Euro gestiegen. Der Etat des Verbandes der Diözesen Deutschlands für bistumsübergreifende Aufgaben sei zwischen 2005 und 2015 aber um 14,5 Prozent zurückgefahren worden. Unter anderem sind „Pax Christi“ und das Päpstliche Missionswerk der Frauen von Kürzungen bedroht.

Mehr Finanzverantwortung für Laien gefordert

Erneut forderte Sternberg, Laien stärker in kirchliche Finanzentscheidungen einzubeziehen. Den Vermögensverwaltungsräten der Diözesen gehörten zwar Laien an, aber die Räume für menschliches Fehlverhalten und Einzelentscheidungen der Bischöfe blieben groß. So verstehe sich ein Rat gelegentlich nur als Beratungsgremium. Auch sei es aus demokratischer Sicht schwierig, wenn Ratsmitglieder vom Bischof berufen statt gewählt würden.

Der ZdK-Präsident kritisierte auch, dass die Struktur der Kirchensteuerräte in den Bistümern variieren. „Immerhin“ sei es in den bayerischen Diözesen geregelt, dass deren Gremien mehr gewählte weltliche Vertreter angehören müssen als vom Bischof ernannte. Eine „Lücke“ sei, dass Kirchensteuerräte keine Mitverantwortung für jenes Vermögen hätten, das nicht die Kirchensteuer betreffe.

Sternberg sprach sich für eine selbstverständlichere „Kultur der Kontrolle“ in der Kirche aus. Controlling dürfe nicht als Zeichen von Misstrauen missverstanden werden, sondern als Entlastung und Beratungshilfe für Verantwortungsträger.