Coming soon: Login KLup

Diözese reagiert auf Aufhebung der Verjährung

US-Bistum Harrisburg insolvent wegen Missbrauchs-Klagen

Als erste Diözese des US-Bundesstaates Pennsylvania meldet das Bistum Harrisburg Konkurs an. Hintergrund ist die Aufhebung der Verjährungsfrist. Das Bistum hat bis heute bereits 12 Millionen Dollar an Entschädigungen gezahlt.

Als erste Diözese des US-Bundesstaates Pennsylvania meldet das Bistum Harrisburg Konkurs an. Der Schritt sei ein verantwortungsvoller Weg, damit die Diözese geistlich und wohltätig alles weiterhin tun könne, was sie bisher tue, so der Anwalt der Diözese, Matthew Haverstick.

Hintergrund des Konkursverfahrens ist ein kürzlich ergangenes Urteil eines Berufungsgerichts, das es Opfern ermöglicht, die Diözesen des Bundesstaates wegen sexuellen Missbrauchs durch Priester in der Vergangenheit zu verklagen. Das hatte die Gesetzgebung Pennsylvanias bis dahin nicht vorgesehen. Verjährungsfristen verhinderten bis vor kurzem Opfern das Recht auf Entschädigung.

Tausende Klagen gegen US-Pfadfinder

Für die Diözese Harrisburg habe das Urteil des Berufungsgerichts mehrere neue Klagen zur Konsequenz gehabt, erklärte Haverstick. Jede einzelne Klage hätte „katastrophale Folgen“ für die Diözese nach sich gezogen.

Andere Bundesstaaten haben die Gesetze geändert und Zeitfenster für Missbrauchsklagen geöffnet, darunter New York und New Jersey. In dieser Woche hatten die US-Pfadfinder („Boy Scouts of America“) Gläubigerschutz angemeldet. Sie sehen sich aufgrund der erweiterten Zeitfenster mit tausenden Klagen konfrontiert.

Geringere Entschädigung aus Konkursmasse

Pennsylvania löste 2018 landesweite Schlagzeilen aus, als ein Grand-Jury-Bericht zu dem Ergebnis kam, dass in den sechs Diözesen des Bundesstaates mehr als 300 Priester über 1.000 Kinder in den zurückliegenden Jahrzehnten sexuell missbraucht hatten. Staatsanwälte in fast allen Bundesstaaten hatten daraufhin nach belastenden Dokumenten in zahlreichen Diözesen gesucht.

Das Konkursverfahren hat zur Folge, dass alle anhängigen Opferklagen eingefroren werden und die Entschädigungen aus der Konkursmasse bedient werden, die dann geringer ausfallen.

12 Millionen US-Dollar Entschädigungen

Die Diözese Harrisburg hat nach eigenen Angaben vom August vergangenen Jahres bereits zwölf Millionen US-Dollar an Entschädigungen an mehr als 100 Missbrauchsopfer gezahlt.

Seit 2004 haben 20 US-Diözesen Insolvenzschutz laut „BishopAccountability“ beantragt. Die Organisation dokumentiert Missbrauchsfälle der katholischen US-Kirche. Vor Harrisburg ging im September 2018 die Diözese Rochester im US-Bundesstaat New York in Konkurs.

Drucken
Anzeige
Anzeige
  • Kampanile - Medieagentur