Kirche+Leben Lexikon

Was bedeutet Angelus - Engel des Herrn?

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Dreimal am Tag ertönt von katholischen Kirchen das Angelusläuten, um die Gläubigen - außerhalb der Osterzeit - zum Beten des "Engel (lat. Angelus) des Herrn“ zu ermuntern. Der „Angelus“ ist ein Volksgebet mit einem umfassenden Erlösungsgedächtnis.

Seinen Ursprung hat diese Gebetsübung im Mittelalter: Im 13. Jahrhundert leiteten die Franziskaner die Christen an, beim Glockenläuten zum kirchlichen Abendgebet die Muttergottes zu grüßen, weil Maria - der Legende zur Folge - zur Abendstunde die Botschaft des Engels Gabriels gehört und Christus empfangen habe.

Gedächtnis der Menschwerdung Christi

Seit dem 16. Jahrhundert war es üblich, bei Sonnenaufgang, in der Mittagszeit und in der Abenddämmerung ein Glockenzeichen zu geben: Das dreimalige Anziehen der Glocke und ein längeres Nachläuten lud die Gläubigen seither zum Gedächtnis der Menschwerdung Christi ein.

Die Jesuiten deuteten später das Morgenläuten als Erinnerung an die Auferstehung Jesu von den Toten, das Mittagsläuten als Gedächtnis des Kreuzesleidens Christi und das Abendläuten als Gedenken an seine Menschwerdung. Benedikt XIV. ordnete 1742 an, in der Osterzeit das „Regina Coeli“ zu beten.